Donnerstag, 29. Dezember 2016

Glückwünsche für deinen Weg in 2017

                                                        
Ich wünsche dir ein Jahr ganz nach deinem Geschmack. Das Leben ist ein Geschenk, also lass uns was draus machen! Was wünschst du dir von Herzen? Was soll 2017 in Erfüllung gehen? Ist da ein ego-gesteurtes Verlangen nach mehr Geld, mehr materiellem Erfolg, mehr Vergnügen? Oder handelt es sich um einen Wunsch nach mehr Liebe, Mitmenschlichkeit und dem Erblühen unseres höchsten Potentials? Es liegt an uns diese Wünsche wahr werden zu lassen. Was kannst du tun? Nicht in ein paar Monaten oder wenn du erst die Zeit hast - sondern jetzt? Welche Möglichkeiten bieten sich dir gerade dich mit deinen Fähigkeiten für mehr Liebe in der Welt einzusetzen? Wenn du mich fragst, gibt es kein besseres Gefühl als das tiefe Wissen das eigene Leben hat einen Sinn. Du erfüllst eine unsagbar wichtige Aufgabe für das große Ganze, wenn du deine Bestimmung lebst. Dieser Weg lohnt sich!

2016 - Meine Entscheidung für die Liebe
Ich selbst habe mich dieses Jahr für einen Bewusstseinswandel entschieden. 2016 war ein aufregendes Jahr für mich. Ich musste einiges durchmachen und sah mich schon ganz am Boden. Doch ich habe nicht aufgegeben. Ich habe gekämpft für die Liebe - zu mir selbst, meinem Mann und zum Leben. Ich habe mich auf meinen tiefsten Kern besonnen und alles Alte und Falsche von mir abgestreift. Das, was mir gut tut habe ich behalten und versucht noch stärker in mein Leben zu integrieren. Ich will mir keinen allzugroßen Stress mehr machen, ganz besonders wenn er selbstgemacht und im Grunde völlig unnötig ist. Ich gehe stattdessen viel in die Natur, ernähre mich überwiegend ausgewogen und meide, wenn's geht, alle giftigen Schadstoffe. Dies sicher nicht pendantisch, aber es hat sich einfach ein gewisses Bewusstsein dafür entwickelt. Und ich schätze mein Innenleben nun viel mehr als früher. Ich entdecke es liebend gerne und wühle mich manchmal richtig darin ein. Nicht dass ich stundenlang meditieren würde, es ist eher diese wachsende Bereitschaft mich auf den aktuellen Moment einzulassen und ihn, wenn möglich, zu genießen.

2017 - Wie kann ich der Liebe dienen?
Den Fokus vom "Ich" zum "Du" und schließlich zum "Wir" lenken. Darauf kommt es meiner Meinung nach in den folgenden Jahren an. Wie kann ich der Liebe dienen? Kann ich meine Brüder und Schwestern noch mehr lieben und ehren? Kann ich die Not meines Nachbarn erkennen und sie aushalten - ohne gleich etwas dagegen unternehmen zu müssen? Kann ich meine tiefsten Gedanken nach außen tragen ohne mich für mein "So-sein" zu schämen? Diese Fragen musste ich mir stellen und wenn ich es kann, dann kannst du es mit Sicherheit auch! Ich danke Dir für deine Unterstützung und hoffe, dass Dir dieser Blog auch in Zukunft mit seinen Beiträgen in irgendeiner guten Art und Weise dienen kann. Wenn du die Liebe in dir spürst, dann habe ich meine Aufgabe gut gemacht :-)

Freitag, 23. Dezember 2016

10 Tipps für deine Fernbeziehung



Liebe auf Distanz ist oftmals ein unvermeidlicher Teil von binationalen Partnerschaften. Das ist eine harte Probe für die Beziehung, die ich selbst zur Genüge durchleben musste. Die folgenden Tipps haben mir damals geholfen und vielleicht ist auch für dich das ein odere andere dabei. Denn letzlich muss jedes Paar seine eigenen Wege finden...

Vorab: Bin ich überhaupt der Typ für eine Fernbeziehung?
Bevor man eine Fernbeziehung eingeht, darf man sich fragen, ob man überhaupt der Typ für eine Fernbeziehung ist. Dieses Modell ist eher ungeeignet für Leute, die unbedingt Körperkontakt von ihrem Partner brauchen oder zu extremer Eifersucht neigen. Am besten funktioniert eine Fernbeziehung, wenn beide Partner gerne unabhängig sind, über Organisationstalent und Verlässlichkeit verfügen und ein stabiles Selbstbewusstsein haben. Hier kannst du dich testen..

 (Kultursensible) Kommunikation ist das A und O
Eine ausgewogene Kommunikation ist das Herzstück einer jeden Beziehung. Ganz besonders gilt das für Fernbeziehungen. Lange und tiefe Gespräche sind das Hauptmedium, mit dem ihr euch trotz 1000er Kilometer Distanz ganz nah sein könnt. Nutzt daher die Zeit, um euch besser kennenzulernen. Erzählt euch von eurer Kindheit, euren Träumen und euren Sorgen. Das schafft Verbindung und stärkt das Wir-Gefühl. Ein großes Problem bei binationalen Paaren ist oft die unterschiedliche Muttersprache. Es erfordert daher viel Verständnis für den sprachlichen und kulturellen Hintergrund des Partners. Welche häufigen Konfliktfelder dabei oft auftreten, kannst du hier nachlesen.

Verlässlichkeit etablieren
Auch dieser Punkt ist ganz entscheidend für eine glückliche Fernbeziehung. Verlässlichkeit ist der Grundpfeiler für Vertrauen und das ist bekanntlich die wichtigste Zutat für eine erfüllende Partnerschaft. Macht daher feste Skype Dates aus und haltet euch an diese Termine. Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit und ggf. eine frühzeige Absage zeigen eurem Partner, dass ihr es ernst meint. Legt diese Dinge daher zu Beginn verbindlich fest und haltet eure Versprechen. Auch hier gibt es oft kulturelle Unterschiede, deswegen nicht verzweifeln, wenn es nicht auf Anhieb klappt. It’s African time…

Euren Alltag miteinander teilen
Tauscht euch über euren Tag aus. Was hat dich beschäftigt? Was ist Lustiges passiert? Macht Fotos, schickt Videos – eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. So könnt ihr trotz der Entfernung zumindest ausschnittsweise am Leben eures Partners teilhaben und euch bei eventuellen Problemen gegenseitig unterstützen. Das ist auch ein guter Ausgleich für das Schwelgen in schönen Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit. In einer glücklichen Partnerschaft blickt man gerne zusammen in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft…

An der Eifersucht arbeiten
Eifersucht ist ein großes Thema in Fernbeziehungen. Dabei ist es wichtig sich die eigene Eifersucht zunächst offen einzugestehen und nach möglichen Ursachen zu forschen. Habe ich schlechte Erfahrungen gemacht? Ist es ein bestimmtes Verhalten des Partners, dass mich in den Wahnsinn treibt oder mag die Eifersucht zu Teilen auch kulturell begründet sein? Spätestens wenn du dich durch die Eifersucht deines Partners stark eingeengt, kontrolliert und herabgewürdigt fühlst bzw. dich anfängst sozial zu isolieren, sollten deine Alarmglocken angehen. Dies sind ernstzunehmende Anzeichen für eine krankhafte Eifersucht

Einen guten Umgang mit sozialen Medien finden
Auch Facebook, Instagram und Co. tragen einen großen Teil zu Eifersüchteleien bei. Ihr seht euren Schatz ausgiebig feiern und fühlt euch vernachlässigt? Kleiner Tipp: Streit immer besser am Telefon klären. Das ewige Hin- und Herschreiben über WhatsApp macht die Sache meist nur noch schlimmer. Sowieso ist es ratsam euch nicht ständig mit Nachrichten zu bombardieren. Lieber kleine, wirklich von Herzen kommende Aufmerksamkeiten zwischendurch und die wirklich wichtigen Themen hebt ihr euch fürs Telefon auf. Für eine private Kommunikation über soziale Medien eignet sich beispielsweise die Fernbeziehungs-App Couple.

Gemeinsame Zukunftsperspektive schaffen
Wo siehst du dich in 5-10 Jahren? Möchtest du Kinder? Wie wichtig ist dir Familie oder Karriere und was für eine Rolle spielt Religion in deinem Leben? In diesen Punkten sollten eure Lebensperspektiven kompatibel sein. Hoffe nicht darauf, dass dein Partner seinen Standpunkt schon noch ändern wird. Nimm seine Antworten ernst und frage dich, ob du seine Zukunftsvision gerne teilen möchtest. Wenn ja, dann stärkt das eure Beziehung und hilft euch Phasen der Trennung gut zu überstehen.
Bleibt zu klären, wann ihr euch wiedersehen könnt. Das Planen von Besuchen kann man übrigens in ein tolles Paar-Projekt umfunktionieren. Vielleicht erstellt ihr eine Liste mit Dingen, die ihr in der gemeinsamen Zeit gerne unternehmen wollt und teilt die Organisation der einzelnen Punkte untereinander auf. Was haltet ihr von dieser Rückwärtsuhr?…

      Das Positive sehen
Eine Fernbeziehung hat ganz klar auch Vorteile. Ihr habt ausreichend Zeit für Studium, Freunde und Hobbies. Keiner redet euch bei der Wahl eurer Lieblingsserie rein und es gibt keine nervigen Alltagssituationen. Zudem ist eine Fernbeziehung eine super Möglichkeit für die eigene persönliche Entwicklung. Was sind meine Ziele außerhalb der Beziehung? Mehr Sport, eine neue Sprache lernen oder das eigene Innenleben ergründen? Nutze die Zeit des Alleinseins. Je mehr du die Zeit mit dir genießen kannst, desto attraktiver bist du auch für deinen Partner…

      Rituale einführen
Rituale sind eine tolle Möglichkeit für mehr Beständigkeit in deiner Fernbeziehung. Dabei muss es nichts Großes sein. Eine morgendliche SMS, das Verschicken von handgeschriebenen Liebesbriefen oder ein monatliches Candle Light Dinner per Skype? Solche kleinen Gesten erfreuen das Herz und deine Freundinnen werden bestimmt ganz neidisch sein…

Die Kostenfrage klären
Eine binationale Fernbeziehung kann teuer werden. Besonders dann, wenn ihr euch in dieser Zeit öfters besuchen wollt, kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. Wie teilt ihr euch die anfallenden Kosten auf? In einer Beziehung ist ein ausgeglichenes Geben und Nehmen sehr wichtig. Oft ist aber gerade das ökonomische Kapital sehr ungleich verteilt. Frage dich also: Was bin ich bereit aus ganzem Herzen zu geben? Sei in diesem Punkt bitte absolut ehrlich mit dir, da es dir sonst später übel aufstoßen könnte. Könnt ihr womöglich bei Verwandten unterkommen und dadurch Kosten für die Unterkunft sparen? Mag sich dein Partner vielleicht gerne anderweitig revanchieren? Er könnte dich als symbolische Gegenleistung zum Beispiel ausgiebig massieren oder lecker für dich kochen... Wichtig ist nur, dass jeder etwa gleich viel in die Beziehung investiert (was nicht immer materieller Natur sein muss)

Die Leidenschaft beflügeln
Direkter Körperkontakt ist in einer Fernbeziehung zwar nicht möglich, aber es gibt zum Glück noch andere Wege die Leidenschaft in eurer Beziehung lebendig zu halten. Verführerische Kleidung beim Skype Date, heiße Telefonate bis hin zu Cyber Sex. Wichtig: Respektiere unbedingt deine Grenzen. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann sprich es an. Zeigt dein Partner Verständnis, wirst du dich in Zukunft in der Beziehung umso mehr fallen lassen können...

Ja, das waren meine zehn Tipps für eine glückliche Fernbeziehung. Ich hoffe sie helfen euch während der vielen Monate der Trennung. Wer diese Zeit als Paar gut übersteht, der hat ein großes Hindernis genommen und kann zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Herzlichst,
Mira





Sonntag, 18. Dezember 2016

Binationale Trauung - Teil 2: Meine Blitz-Hochzeit

Lange Zeit stand ich mit dem Thema "Heiraten" auf Kriegsfuß. Ich empfand die Ehe einfach immer als sehr einengend und war daher alles andere als scharf darauf mein gesamtes Leben mit einer Person auf engstem Raum zu teilen. Es gleicht schon ziemlich an Ironie, dass ausgerechnet ich nun als eine der ersten in meinem Freundeskreis verheiratet bin. Im Nachhinein bin ich aber heilfroh diesen Schritt gewagt zu haben, denn eine Ehe mit dem richtigen Partner kann überaus beglückend sein. Nun aber zu meiner Geschichte und wie du eventuell von meinen Erfahrungen profitieren kannst...

Eine unkonventionelle Verlobung
Eine Trauung fängt ja bekanntlich mit einer Verlobung an, und das dann am besten noch ganz klassisch mit auf die Knie fallen und einen schicken Ring zücken. Nicht so bei uns! Unsere "Verlobung" fand an meinem letzten Tag in Südafrika statt und das von beiden Seiten völlig unvorbereitet. Wir saßen an unserem Lieblingsplatz, einem abgelegenem Wasserfall, und genossen die letzten Stunden. Dort überkam mich dieses unsagbar starke Gefühl von purer Liebe und ich war zu Tränen gerührt. Ich löste mich aus John's Armen, drehte mich zu ihm um und sagte: "Wollen wir nächstes Jahr heiraten?" John schmunzelte und fragte, ob ich mir wirklich sicher wäre, schließlich kannte er meine Einstellung zur Ehe und hatte sich daher diesbezüglich immer diskret zurückgehalten. Aber in diesem Moment war ich mir sicher: Mit diesem Mann möchte ich durch alle Höhen und Tiefen des Lebens gehen. Er hielt mich wieder fest in seinen Armen, küsste mich sanft auf die Backe und wir genossen diesen besonderen Moment. Damit war es also beschlossen...

Die Suche nach der perfekten Lösung
Zurück in Deutschland ging mir das Thema nicht mehr aus dem Kopf. Ich recherchierte nächtelang alle erdenklichen Möglichkeiten und ging dann regelmäßig mit einem dicken Schädel zu Bett. Die Entscheidung nach dem passenden Ort, die Frage wie groß die Trauung werden soll und, ach-du-meine-Güte, so viele Dokumente müssen eingereicht werden. (s. hier) Das alles machte mich ganz hibbelig und kirre. Zum Glück hat John diese wunderbare Art mich jedes Mal von meinem Trip runterzubringen. Er nahm mir den Druck die perfekte Lösung für alle Beteiligten finden zu wollen und so entschieden wir uns erstmal für eine Vertagung der Hochzeit. Stattdessen fassten wir einen neuen Plan: John würde mich im Sommer für drei Monate besuchen kommen und dann versuchen eine internationale Firma zu finden, die ihm ein Arbeitsvisum besorgen könnte. In dieser Zeit könnte er sich dann auch mein Leben in Deutschland anschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, ob er sich eine Zukunft in diesem Land überhaupt vorstellen kann. Dieser Plan fühlte sich für uns beide stimmig an...

Binationale Trauung für Kurzentschlossene
Nach einiger Zeit blieb aber die Arbeitssuche weitestgehend erfolglos und wir entschieden uns kurzerhand doch für die Hochzeit. Ich rief bei der Ausländerbehörde an und man bestätigte mir, dass es prinzipiell möglich ist auf einem Touristenvisum zu heiraten, gesetz dem Falle, dass die Hochzeit nicht vorsatzmäßig geplant war. Denn dann läge kein Visumsmissbrauch vor und man könne nach der standesamtlichen Trauung den entsprechenden Aufenthaltstitel beantragen, ohne erst nochmal ins Heimatland zurückfliegen zu müssen. Was für ein Glücksfall! Wir machten einen Termin beim Standesamt, wo promt die Ernüchterung folgte: Die Beantragung des Ehefähigkeitszeugnis könne bis zu drei Monate dauern. Dazu müsse man John's Geburtsurkunde erst noch mit Apostille beglaubigen, es amtlich übersetzen lassen und anschließend zum Oberlandesgericht schicken. Puhh, uns das in nur 7 Wochen! Sofort leitete ich alles in die Wege und wie durch ein Wunder hatten wir knapp einen Monat später alle Unterlagen beisammen. Der Standesbeamte war selbst ganz beeindruckt von dieser Rekordzeit. Wir heirateten schließlich am 11.06.2015 im kleinen Kreis. Es war ein sonniger Tag und eine sehr harmonische und entspannte Feier...

Viel Zeit, Geld und Nerven gespart
Am Montag danach sind wir direkt zur Ausländerbehörde, um die 3-jährige Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Dort bekamen wir ein Dokument ausgestellt, welches besagt, dass der Ausweis angefordert ist und sich John dadurch trotz ablaufendem Touristenvisum rechtmäßig in der BRD aufhält. Letztlich lief alles wie am Schnürrchen und durch diese glückliche Fügung haben wir uns viel Zeit, Geld und Nerven gespart.

Falls es unter euch ebenfalls ein paar Kurzentschlossene gibt, möchte ich euch allerdings kurz warnen: Es besteht keine Garantie, dass dieser Weg erfolgreich ist. Ihr braucht nur einem unfreundlichen Beamten bei der Ausländerbehörde zu begegnen und er wird euch auf die gängigen Visabestimmungen verweisen. Aber gerade wenn euer Freund zuvor noch nie in Deutschland gewesen ist, ist diese Vorgehensweise eine gute Alternative. So kann sich dein Partner unverfänglich an die neue Umgebung rantasten. Das wird sicher auch deine Familie freuen, da sie sich ebenfalls langsam an deine Beziehung gewöhnen können. Was meint ihr? Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Thema "binationale Trauung" gemacht? Dann schreibt einen Kommentar...

Sonntag, 11. Dezember 2016

Binationale Trauung - Teil 1: Visumsfragen

Welches binationale Paar kennt ihn nicht? Den endlosen Stress rund um das Thema Heiraten. Für viele ist das die einzige Chance sich ein gemeinsames Leben aufzubauen und daher fühlt man sich von den Behörden fast schon in die Ehe "gedrängt".
Die erste Frage in solch einer Situation ist natürlich: "Wollen wir überhaupt heiraten? Kennen wir uns schon so gut, dass wir uns in Zukunft fest aneinander binden wollen?"
Wird diese Frage beiderseits bejaht und ihr spürt einfach, dass dies der richtige Schritt für euch ist, dann ist das nächste Hindernis die Entscheidung nach dem passenden Ort.

Wo wollen wir heiraten?
Bei dieser Entscheidung stehen emotionale, finanzielle und bürokratische Gründe auf dem Plan.Wollt ihr in Deutschland heiraten oder lieber im Heimatland deines Partners? Daneben gibt es auch noch eine dritte Möglichkeit, nämlich die Heirat in Dänemark. Warum ausgerechnet Dänemark? Weil dieses Land besonders günstige Gesetze für die Eheschließung von binationalen Paaren hat. Ich werde im Folgenden alle drei Optionen näher ausführen und speziell die Frage klären, welche Dokumente für das jeweilige Visum notwendig sind.














1. Möglichkeit: Heiraten in Deutschland
Diese Entscheidung ist nur allzu verständlich, da Du hier im Kreise deiner Familie feiern kannst und Dir der Ablauf von Hochzeiten in Deutschland wahrscheinlich schon sehr vertraut ist. Falls ihr nach der Hochzeit auch dauerhaft als Paar in Deutschland leben wollt, hat diese Möglichkeit auch einige praktische Vorteile.
Um in Deutschland zu heiraten, braucht ihr natürlich das passende Visum. Ihr könnt zwar auf allen gültigen Schengen-Visa heiraten, aber nur ein sogenanntes Heiratsvisum (auch Visum zum Zwecke der Eheschließung genannt) kann nach der Hochzeit direkt in einen dauerhaften Aufenthaltstitel umgewandelt werden. Um dieses Visum zu erhalten, müsst ihr euch zunächst beim zuständigen Standesamt informieren, welche Dokumente ihr für die Anmeldung der Eheschließung benötigt.
Kleiner Tipp: Auch wenn es nicht so glamourös ist empfehle ich eher in einer ländlichen Gemeinde zu heiraten, da ihr dort viel schneller einen Termin bekommt und die Leute meist sehr hilfsbereit sind.
Die Eheschließung muss grundsätzlich nach dem Recht beider Partner zulässig sein. Unabdingbar ist daher in den meisten Fällen das sogenannte Ehefähigkeitszeugnis. Dieses Zeugnis ist die offizielle Bestätigung, dass der Eheschließung nach den Gesetzen des Heimatlandes keine Ehehindernisse entgegenstehen, insbesondere  dass keine andere Ehe besteht. Ausgestellt wird dieses Zeugnis von einer Behörde des Heimatlandes, in manchen Fällen auch von der entsprechenden Auslandsvertretung. Welche Unterlagen ihr dafür benötigt, könnt ihr hier nachlesen.Vorsicht: Die Gültigkeitsdauer eines  Ehefähigkeitszeugnis beträgt maximal 6 Monate.
Der Standesbeamte kann Dir bei Bedarf auch ein Dokument ausstellen, indem die Anmeldung zur Eheschließung bestätigt wird und auch der voraussichtliche Zeitraum eurer Trauung Erwähnung findet. Damit habt ihr die erste große Hürde für das Visum genommen. Glückwunsch!
Die zweite große Hürde ist das Nachweisen minimaler Deutschkenntnisse. Die meisten Botschaften möchten dies in Form einer bestandenen A1 Prüfung. Die beste Anlaufstelle dafür ist das Goethe Institut. Dein Partner muss nicht zwangsläufig einen entsprechenden Kurs belegen, aber die Prüfung ist auch nicht zu unterschätzen. Ausgesprochen hilfreiches Vorbereitungsmaterial für die telc Prüfung findest du hier.
Als letztes musst Du noch nachweisen, wie Du in Deutschland dein Geld verdienst (z.B. Arbeitsvertrag, Einkommensnachweise, Stipendium etc.) und wo Du momentan wohnst (Mietvertrag mit Höhe der Miete und qm). Die deutschen Behörden wollen natürlich nicht, dass dein Partner ihnen zukünftig auf der Tasche liegen wird, deshalb möchten sie ein Mindesteinkommen von etwa 1.300 € sehen (entspricht dem Regelsatz von Hartz IV im 2 Personenhaushalt). Falls Du noch in Ausbildung sein solltest und von deinen Eltern unterstützt wirst, gibt es die Möglichkeit einer Verpflichtungserklärung. Das bedeutet deine Eltern "verpflichten" sich zur finanziellen Unterstützung für den Zeitraum wo ihr noch unverheiratet in Deutschland seid. Ab dem Zeitpunkt der Eheschließung sind deine Eltern dann von der Verpflichtung befreit.
Welche Dokumente ihr darüberhinaus noch bei der jeweiligen Auslandsvertretung vorlegen müsst, erfährst Du hier.

2. Möglichkeit: Heiraten im Heimatland des Partners
Auch diese Möglichkeit ist sehr beliebt. Habt ihr euch beispielsweise in diesem Land kennen- und lieben gelernt, dann wird die dortige Hochzeit zu einem sehr bedeutsamen und symbolischen Ereignis. Ein weiterer großer Pluspunkt: Ihr könnt direkt im Anschluss wundervolle Flitterwochen genießen 😎
In der Regel kannst Du mit einem ganz normalen Touristenvisum einreisen und nach der Hochzeit dann das Visum zur Familienzusammenführung (Ehegattennachzug) beantragen.
Wichtig: Bei einer Heirat im Ausland gelten die Formvorschriften des Auslands. In manchen Ländern gilt man beispielsweise erst mit 21 als volljährig und darf auch erst dann heiraten. Informiere Dich also im Vorhinein ausreichend über die dortigen Gegebenheiten.
Neben gültigem Reisepass verlangt die ausländische Behörde normalerweise nur das deutsche Ehefähigkeitszeugnis. Dies wird von dem für deinen Wohnsitz zuständigen Standesamt ausgestellt und sollte vor der Ausreise vorliegen. In seltenen Fällen kann darüberhinaus auch ein ärztliches Gesundheitszeugnis verlangt werden.
Für das o.g. Heiratsvisum und für das Visum zum Ehegattennachzug werden letztlich die gleichen Dokumente benötigt, lediglich die Reihenfolge der Prüfung ist etwas anders. Hier kannst du dich bei der zuständigen Auslandsvertretung genauer informieren. In jedem Fall müssen die originalen Heiratsdokumente mit einer 'Apostille' versehen werden. Die Apostille ist dabei nichts anderes als eine Unterschriftsbeglaubigung und Echtheitsbestätigung, die von den jeweiligen Behörden im Ausland ausgestellt wird. Des Weiteren werden für den Ehegattennachzug in der Regel Deutsch A1 Kenntnisse, eine gültige Krankenversicherung sowie entsprechende Melde- und Einkommensnachweise von der deutschen Botschaft gefordert.
Achtung: Zwischen der Hochzeit und dem Erhalt des Visums können mehrere Monate liegen. Überlegt euch daher am besten schon vorher genau, wie ihr die langen Wartezeiten überbrücken wollt.

3. Möglichkeit: Heiraten in Dänemark
Das Heiraten in Dänemark soll laut kommerziellen Anbietern eine schnelle, einfache, unbürokratische und kostengünstige Alternative zu einer Heirat in anderen Ländern darstellen. Eine in Dänemark geschlossene Ehe wird europaweit anerkannt und macht sie daher besonders für binationale Paare sehr attraktiv.
An Unterlagen braucht ihr eure Reisepässe, einen gültigen Aufenthaltstitel (z.B. Touristenvisum oder Heiratsvisum), eine Ledigkeitsbescheinigung  und eure Geburtsurkunden (oft nur gültig mit Apostille). Das mitunter sehr aufwändige Prozedere rund um das Ehefähigkeitszeugnisses fällt zwar dadurch weg, aber zu euphorisch sollte man dennoch nicht sein. In den letzten Jahren haben sich die Visabestimmungen deutlich verschärft. Wer nur mit einem Schengen-Visum für Touristen eingereist ist, muss zunächst zurück in sein Land und von dort aus die Familienzusammenführung beantragen (hier eine kleine Ausnahme). Das macht das ganze dann wiederum alles andere als schnell, einfach, unbürokratisch und kostengünstig. Mein Tipp: Verzichtet auf die überteuerten Blitz-Hochzeits-Pakete im Internet und informiert euch selbst, was für euren individuellen Fall die beste Lösung ist.

P.S: Alle Angaben sind nach bestem Gewissen recherchiert, aber natürlich ohne Gewähr. Lasst mich daher gerne wissen, ob ich noch wichtige Informationen vergessen habe.

Herzlichst,
Mira

Sonntag, 4. Dezember 2016

Dem Ruf der Seele folgen...

Ich habe mich in meinem Leben schon immer gerne mit meiner Bestimmung auseinandergesetzt. Lange Zeit habe ich das Gefühl gehabt nie wirklich am richtigen Platz zu sein und ich leidete an der Einöde des "normalen Lebens". Doch zum Glück gab es auch immer wieder Momente, die mich mit meiner natürlichen Freude in Kontakt brachten und mich tief beseelten. In solchen Momenten erwachte die große Kraft und Begeisterung, die in mir schlummerte und ich wusste, dass dies ein unverkennbares Zeichen für meine Gaben und Talente war. Die folgenden Tagebuch-Einträge sind allesamt in diesem berauschenden Zustand entstanden und boten mir wertvolle Einblicke in meine Bestimmung...

09.07.2011 - Auseinandersetzung mit den Privilegien des Weiß-Seins

"Ich habe heute ein Referat über Critical Whiteness Studies gehalten und nochmal gemerkt, wie sehr ich von den gesellschaftlichen Strukturen beeinflusst bin und wie gerne ich dazu beitragen möchte, die Welt zu einem besseren Ort ohne Rassismus zu machen. Deswegen möchte ich gerne Trainerin für die politische Bildungsarbeit werden, um den jungen Menschen Themen wie Antirassismus, Critical Whiteness, Diversitätsbewusste Bildung und Globalisierung näher zu bringen. Ich sehe das als eine große Aufgabe in meinem Leben an. Ich hoffe, ich werde meinem Traum und meiner Gabe treu bleiben und Leute informieren und motivieren." 

17.09.2012 - Tanzen als Ausdruck meiner Seele 

"Ich lese gerade ein Buch über die Entdeckung der eigenen Gabe und ich glaube, dass meine Gabe im Tanzen liegt. Besonders im Ausdruckstanz. So kam mir die Idee vielleicht eine Ausbildung zur Tanztherapeutin zu machen und damit benachteiligten Jugendlichen ihr Selbstbewusstsein wiederzugeben. Das würde mich mit großer Freude erfüllen. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich durch das Tanzen eine besondere Verbindung zu Menschen herstellen kann. Tanzen ist wirklich meine Leidenschaft. Nicht unbedingt nach Choreographie sondern als Ausdruck meiner Seele. Ich denke, dass ich Menschen damit tief berühren kann. Wow, ich bin gerade total geflasht von dieser Einsicht."

05.12.2012 - Verbindungsbrücke zwischen den Kulturen 

"Meine Gabe ist es Menschen unterschiedlicher Kulturen einander näher zu bringen. Es geht mir um Respekt, Liebe und Toleranz. Ich möchte eine Verbindungsbrücke sein und die Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt rücken. Ich möchte eine interkulturelle Trainerin, Mediatorin und Ehebreaterin sein. Das ist meine Lebensaufgabe. Ich möchte eine interkulturelle Ehe führen und und die Segnungen und Herausforderungen einer solchen Beziehung kennenlernen. Ich möchte ein Vorbild sein für Begegnung auf Augenhöhe und jenseits von Form und Farbe. Ich möchte mutig genug sein, um meine Wahrheit auszusprechen und zu meinem Lebensziel zu stehen. Ich möchte mich von den Meinungen der anderen befreien und mein Lebensglück in den Mittelpunkt stellen. Ich möchte mich spirituell entfalten und die allumfassende Liebe Gottes durch mich zum Ausdruck bringen. Ich möchte frei sein."

Schon früh habe ich den Ruf meiner Seele vernommen und bin meiner Freude gefolgt. Während des Studiums habe ich mich zu Seminaren wie Critical Whiteness, Antirassismusarbeit und Menschenrechtsädagogik angemeldet, auch wenn diese mir manchmal gar keine Credit Points brachten.
Ich habe mich für eine dreijährige Ausbildung zur Biodanza Lehrerin entschieden, weil diese Form des Tanzes genau meiner Gabe entspricht. Und nun habe ich diesen Blog ins Leben gerufen, damit ich andere Frauen auf ihrem Weg begleiten kann.All diese Entscheidungen habe ich aus dem Herzen getroffen, denn mittlerweile vertraue ich meinen Impulsen. Bisher haben sie mir zwar noch kein Geld oder Ansehen gebracht, aber dafür eine große Portion innere Zufriedenheit und das unbezahlbare Gefühl, dass ich absolut auf meiner Spur bin.

Falls Du nun motiviert bist ebenfalls deinen inneren Eingebungen zu folgen, jedoch Angst vor den Konsequenzen hast, dann setze Dich gerne mit mir in Verbindung und wir suchen nach adäquaten Lösungen, die sich für Dich stimmig anfühlen.

In Liebe,
Mira

Montag, 28. November 2016

Visionen zu Papier bringen und staunen!

Schon seit meiner Jugend schreibe ich Tagebuch. Es hilft mir einfach meine Gedanken zu ordnen. Doch vor kurzem ist mir noch ein weiterer Aspekt aufgefallen: Tagebücher sind eine Art Kompass für unser Leben. Ich schreibe über das was mich bewegt und bin dadurch ganz nah bei mir. Im Folgenden bekommt ihr ein paar Einblicke in meine tiefsten Sehnsüchte von damals...

10.12.2009 - Es wartet eine Aufgabe in Afrika auf mich

"Auf der Beerdigung meiner Tante ist mir nochmal bewusst geworden wie wichtig es ist seinen Traum zu verwirklichen und für die eigenen Ziele im Leben zu kämpfen. Ich möchte der Welt etwas hinterlassen und ich möchte ein authentisches Leben führen, wo ich mich entfalten kann und mich so annehmen kann wie ich bin. Ich spüre so viel Energie und Kraft in mir, die raus will um produktiv in mein Leben fließen zu können anstatt ständig im Sand zu versinken. Ich möchte mich nicht  kontrollieren müssen, aus Angst man könnte mein natürliches Ich nicht mögen. Ich möchte wieder impulsiv und spontan das ausleben, was gerade in mir ist. Ich möchte keinen Teil mehr von mir abschneiden und verdrängen. Ich möchte frei sein, so zu leben wie ich es will. Ich möchte mich für die Liebe und Verständigung in der Welt einsetzen und die Vorurteile zwischen Schwarz und Weiß abbauen. Ich möchte Freiwilligen aus aller Welt das Glück in Afrika zeigen. Ich möchte Menschen und Kulturen zusammen lachen und voneinander lernen sehen. Bei dem Gedanken geht mein Herz auf. Es wartet eine Aufgabe in Afrika auf mich, das spüre ich!"

23.06.2011 - Ich bin der Schöpfer meines Lebens

"Ich habe gerade ein Buch über Resonanzkraft gelesen und mir ist bewusst geworden, dass ich der Schöpfer meines Lebens bin, und dass meine Überzeugungen meine Umwelt formen. Wenn ich mir also überlege, was ich in meinem Leben verwirklicht haben will, dann fallen mir folgende Punkte ein: Ich möchte lernen gut mit mir umzugehen - den eigenen Kritiker liebevoll zurechtzuweisen, wenn ich zu hohe Ansprüche hege. Ich möchte mich nicht selber kleiner machen als ich bin und lernen zu mir in meiner ganzen Fülle zu stehen. Ich möchte authentisch sein und mir die Möglichkeit offen halten mich stets meiner Sehnsucht gemäß weiterzuentwickeln. Ich sehne mich nach tiefem Kontakt zu ähnlich fühlenden Wesen und ich möchte Menschen helfen zu sich zu stehen und sich zu lieben. Ich wünsche mir einen Partner, der mich auf der Reise zu mir selbst begleitet und dem auch ich verhelfen kann zu wachsen. Ich wünsche mir aber auch einen humorvollen Umgang miteinander und dass man zusammen das Leben in all seiner Herrlichkeit genießen kann. Ich wünsche mir Leidenschaft und Abenteuer, das ungeschönte Leben soll sich mir offenbaren in all seinen Facetten. Ich möchte mehr spüren und den Weg des Herzens gehen. Ich wünsche mir den Rückhalt in meiner Familie und gute Freunde, die für mich da sind. Ich wünsche mir finanzielle Sicherheit, um mir manchmal den Luxus leisten zu können vom stressigen Alltag abzuschalten und mich verwöhnen zu lassen. Ich wünsche mir ein kindliches Gemüt, was staunen kann und unverstellt auf Leute zugeht und sich neuen Situationen aussetzt. Ich wünsche mir einen sicheren Hafen, an dem ich mich geborgen fühle und zu meiner Mitte finde. Ich wünsche mir einen Job, den ich aus Überzeugung machen kann und welcher mir tiefe Befriedigung verleiht. Ich möchte etwas für die Menschen tun, um sie sich selber näher zu bringen. Ich möchte tanzen, singen und Theater spielen. Ich möchte zwei wundervolle Kinder haben, die ich aufwachsen sehe und sie auf ihrem Lebensweg begleiten darf. In Gottes Namen!

Als ich diese Zeilen viele Jahre später erneut zu lesen begann, war ich absolut geflasht von der Kraft meiner Worte. Es scheint als hatte ich in diesen Momenten Zugriff auf das große Ganze, welches mir durch meine intuitiven Sehnsüchte meine Bestimmung offenbarte. Heute, viele Jahre später sind viele meiner geheimen Wünsche Realität geworden. Das meine ich mit der Schöpferkraft aufgeschriebener Visionen. Sie sind wahrhaftig wie ein Kompass für den eigenen Lebensweg, wenn sie aus dem Herzen kommen und nicht zensiert werden. Zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen niedergeschrieben habe, war mein Leben noch voller Selbstzweifel und unterdrücktem Selbstausdruck. Auch heute habe ich noch ab und an mit diesen Gefühlen zu kämpfen, aber sie kontrollieren mich nicht mehr. Ich entfalte mich stattdessen unaufhörlich in Richtung meiner Vision, indem ich Schritt für Schritt dem Weg meines Herzens folge.

Darum geht's und dass möchte ich auch Dir ans Herz legen. Falls du Dir dabei Unterstützung wünschst, bin ich gerne bereit Dich in Form eines Coachings ein Stück auf deinem Weg zu begleiten.

Herzlichst,
Mira

Sonntag, 13. November 2016

Weltweit lieben - Neues Leitbild für internationale Freiwilligenarbeit?!?

Oft fragen sich junge Freiwillige nach dem tieferen Sinn und dem Nutzen ihres Aufenthaltes für die lokale Bevölkerung. Ausgehend von der Kritik an einer eher defizitorientierten Entwicklungshilfe spricht man heutzutage lieber von Lerndiensten unter dem Motto "Lernen durch tatkräftiges Helfen". Doch was bedeutet das konkret? Wer lernt hier was und von wem? Die Freiwilligen erhoffen sich mitunter interkulturellen Austausch, das Verbessern ihrer Sprachkenntnisse und die Möglichkeit sich in einem neuen Arbeitsfeld auszuprobieren. Das ist alles schön und gut, doch hat die lokale Bevölkerung herzlich wenig von dieser Form von "Lerndienst". Die Freiwilligen, die ich kennenlernen durfte, gehen daher sehr kritisch mit den Strukturen ihres Auslandsprogrammes um.

Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen 

Auch ich in meiner Funktion als Mentorin und ehemalige Freiwillige musste mir des öfteren die Frage nach dem tieferen Nutzen dieser Programme stellen und bin für mich zu folgender Einsicht gekommen: Freiwilligendienste ermöglichen Begegnungen zwischen Menschen und Kulturkreisen, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlich erscheinen. Ein Kulturschock macht sich breit, doch durch den intensiven Kontakt im Projekt und im Privaten merken beide Parteien schnell, dass sie gar nicht soo verschieden sind. Es wird zusammen gelacht, gefeiert und sich unterstützt. Ein Gefühl der Vertrautheit stellt sich ein und die Menschen fangen an sich auf einer tieferen Ebene zu öffnen. Die Grenzen im Außen und im eigenen Denken treten mehr und mehr in den Hintergrund und es gibt Momente, da begegnen sich schlichtweg zwei Menschen in ihrem So-Sein.

Qualität der grenzenlosen Liebe  

Wenn man diesen Zustand dann nicht sofort wieder mit gedanklichen Konzepten überfrachtet, erahnt man die Qualität der grenzenlosen Liebe. Diese Erfahrung ist kostbar und verändert die eigene Sichtweise fundamental. Aus Fremden sind Freunde geworden und auch wenn sich die Wege bald wieder trennen mögen, bleibt dennoch das Gefühl inniger Verbundenheit. Denn so unterschiedlich sind wir im Grunde unseres Herzens gar nicht. Sehnen wir uns nicht alle nach innerer Zufriedenheit, der Entfaltung unserer Potentiale und dem Gefühl von Zugehörigkeit? Jeder kennt grundlegende Gefühle wie Angst, Trauer und Liebe; im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens können wir also viel voneinander lernen. Auf dieser Ebene gibt es keine ökonomische Einteilung in Gönner und Bettler. Im Gegenteil, wir alle haben einen reichen Erfahrungsschatz, den wir miteinander teilen können. Denn wir alle blicken auf das Mysterium "Leben", wenn auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Vielfalt als Bereicherung für alle

Doch ist diese Vielfalt nicht eine ganz wunderbare Bereicherung für alle? Der Austausch ist daher nicht nur "interkulturell" sondern immer auch ein Stück weit "spirituell" und "universell". Wir Westler teilen unser Wissen und unsere Technologien und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit mit unserer tiefen Menschlichkeit in Kontakt zu treten, welche uns unter einem eher rational ausgerichteten Weltbild immer mehr abhanden zu kommen droht. "Afrika hat mich mit meinem Herzen verbunden", wie ich gerne zu sagen pflege. Das heißt ich bin empfänglicher geworden für die verbindende Kraft der Liebe und aus diesem Grund schlage ich "weltweit lieben" als mein neues Motto für internationale Freiwilligendienste vor.

In diesem Sinne,
Mira

Sonntag, 6. November 2016

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 5: In Deutschland leben)

Entscheidung, den Partner nach Deutschland zu holen

Das ist die Entscheidung, die den meisten Mut erfordert. Meist ist diese Entscheidung mit einem Ehering verbunden. Mit diesem Schritt sollte man sich aus meiner Sicht mindestens 1 Jahr Zeit lassen. Im meinem Fall hatten wir drei Jahre, in denen wir uns ausgiebig kennenlernen konnten. Dadurch wusste ich, dass ich mich auf den Menschen, der mich ein Leben lang begleiten soll, absolut verlassen kann. Ich halte es absolut nicht für sinnvoll, sich zu schnell auf den Bund der Ehe einzulassen.  Natürlich muss das jedes Paar selbst entscheiden, aber meiner Meinung nach sollte die Beziehung ausreichend Zeit erhalten in ihrem eigenen Tempo zu wachsen. Das auch einfach aus dem Grund, dass man mögliche Konfliktpunkte in der Verliebtheitsphase noch nicht erkennen kann und sich dadurch vielleicht frühzeitig an jemanden bindet, der nicht wirklich kompatibel für ein Leben zu zweit ist. Weitere Gründe für eine möglichst späte Eheschließung:
  1. Heiraten ist eine emotional sehr einschneidende Angelegenheit
  2. Deine Familie sollte den Zukünftigen nicht erst am Hochzeitstag kennenlernen
  3. Du musst vielleicht erstmal lernen auf eigenen Beinen zu stehen

Glaube mir, den Partner nach Deutschland zu holen ist eine nervenaufraubende Sache. Du kommst zum ersten Mal in Kontakt mit unfreundlichen Beamten im Ausländeramt und wirst von allen Seiten schief angeguckt. Als ob du den Verstand verloren hättest; einen Schwarzen heiraten - wie blöd ist die denn? Auch die eigene Familie zeigt zunächst häufig Unverständnis und verdecktes Kopfschütteln. Da muss ich mir doch schon sehr sicher sein, dass ich diesen Menschen wirklich von Herzen liebe. Dann allerdings ist es durchaus möglich sämtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Bund der Ehe einzugehen. Welche Dokumente ihr für Visa&Co braucht, könnt ihr hier nachlesen...

Es gibt aber auch Alternativen zu Heirat. Es besteht bspw. die Möglichkeit ein FSJ in Deutschland zu machen. Oder dein Partner ist studiert und findet einen Arbeitsplatz, der dann als Grundlage für ein Arbeitsvisum dient. Eine weitere Option ist sicherlich das Touristenvisum. Das gibt euch die Möglichkeit innerhalb drei Monate den gemeinsamen Alltag in Deutschland auszutesten und die Beziehung einer letzten Bewährungsprobe zu unterziehen. Das ist sicherlich der einfachste und unverbindlichste Schritt und ich würde ihn für noch nicht ganz Entschlossene dringendst empfehlen.

John hat mich damals auch zunächst für drei Monate besucht. Anfangs hatte ich Bedenken, dass das evtl. Geldverschwendung ist und wir uns das finanziell gar nicht leisten können. Doch im Nachhinein haben wir damit den ökonomischsten Weg gewählt. Durch Zufall haben wir erfahren, wie es möglich ist auf einem ganz normalen Touristenvisum zu heiraten, so dass John nicht erst wieder nach Südafrika zurückfliegen musste, um dort mehrere Monate auf seine Papiere zu warten. Wie das geht erfährst du hier (link)

Wäre ich damals ohne ausgiebige Vorbereitungszeit in die Ehe gegangen, wer weiß wo ich jetzt stehen würde...

ProKontra
Langfristige PerspektiveGroßer Druck & Verantwortung
Nah bei Familie und FreundenAbhängig von der Familie?
Bessere Ausbildungs- bzw. Jobchancen für beideGefahr von Rassismus und Diskriminierung
Optionen: Touristenvisum, Arbeitsvisum und StudentenvisumTeuer und hohes Risiko

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 4: Trennung)

Entscheidung den Weg alleine fortzuführen

Diese Entscheidung kann zu jedem Zeitpunkt getroffen werden und ist völlig legitim. Es ist weißgott nicht einfach eine binationale Beziehung zu führen und wenn man merkt, dass man sich dieser Herausforderung nicht gewachsen fühlt bzw. die Umstände nicht passen, dann sollte man sich trennen und seinen Weg alleine fortführen.

Ich empfehle euch dennoch ein letztes, klärendes Gespräch zu führen. Erstens könnt ihr dann die Sache wirklich abschließen und zweitens ist es eine Möglichkeit um eure Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit auszudrücken. Überlegt euch vorher was ihr durch die Beziehung gelernt habt; über euch, die Umstände und eure Zukunftsvorstellung. Überlegt euch auch was ihr dem anderen wünscht und mit auf den Weg geben wollt. Lasst euch aber nicht überreden es doch zu versuchen, wenn ihr innerlich schon eine klare Entscheidung getroffen habt. Glaubt mir, das kann böse enden. Folgt bitte in diesem Punkt eurem inneren Gefühl, nicht das des Partners und nicht das von Außenstehenden.

ProKontra
ErleichterungEvtl. Gefühl von Wehmut/ Liebeskummer
Ihr könnt euch auf euren eigenen Weg konzentrieren
Ihr behaltet den anderen in guter Erinnerung
Ihr wisst jetzt vielleicht mehr was ihr stattdessen wollt

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 3: Rückkehr ins Gastland)

Entscheidung für die Rückkehr ins Gastland

Diese Entscheidung sollte nie zu voreilig getroffen werden, aber nach der empfohlenen Bedenkzeit kann dieser Schritt natürlich in Betracht gezogen werden. Die Rückkehr ins Gastland ist allerdings ein aufwendiger Prozess und oft ist fraglich, welches Visum dafür am geeignetsten ist. In einem anderen Artikel gehe ich darauf genauer ein. Am schnellsten zu erhalten ist natürlich ein Touristenvisum, allerdings ist dies in den allermeisten Fällen auf drei Monate begrenzt. Solltest du dich für ein längerfristiges Visum entscheiden, musst du mit einer Bearbeitungsdauer von 2-3 Monaten rechnen. Das ist nervig, aber ihr könnt diese Zeit auch nutzen, um euch noch besser kennenzulernen und für die gemeinsame Zeit zu planen.
  • Wo möchten wir wohnen (alleine oder zusammen?)
  • Wie steht es um die finanzielle Absicherung?
  • Was ist unser gemeinsames Ziel in dieser Zeit?

Ich bin damals bspw. für 10 Monate auf einem Freiwilligenvisum zurück nach Südafrika gegangen und wir haben die ersten paar Monate getrennt gelebt, um uns ausgiebig beschnuppern zu können. Ich hatte mir damals 3000 Euro von meiner Mutter geliehen und über das Internet einen "Praktikumsplatz" in einem Backpacker ergattert. Das hatte den Vorteils, dass ich dort umsonst wohnen konnte und sogar das Hostel-eigene Auto benutzen durfte. Unser gemeinsames Ziel war es der Beziehung durch meine Rückkehr eine realistische Chance zu geben und uns gegenseitig einfach besser kennenzulernen. Andererseits war es mir wichtig, dass ich nicht auf meinen Partner angewiesen war und selbst wenn die Beziehung in die Brüche gegangen wäre, ich trotzdem noch eine schöne Zeit in Südafrika haben würde.

Macht euch also im Vorhinein ausreichend Gedanken über diese Punkte, ohne durch die vielen Horrorszenarien den Glauben an euer Vorhaben komplett zu verlieren. Sucht den Austausch mit eurem Partner über diese Punkte und bindet ihn in die Vorbereitungen mit ein. Er kann sich bspw. um eine Wohnung vor Ort kümmern oder den ersten gemeinsamen Ausflug organisieren. Das zeigt wie engagiert er ist und ob er bereit ist für die Beziehung Kompromisse einzugehen.

Stellt euch auch einen Notfallplan auf, damit einerseits eure Familie beruhigt ist und ihr andererseits im akuten Notfall wisst was zu tun ist bzw. wen ihr kontaktieren müsst. Falls möglich, verbleibt in gutem Kontakt mit eurer Freiwilligenorganisation vor Ort. Die können euch in vielen Punkten unterstützen und als als erste Anlaufstelle dienen. Hier nochmal die wichtigsten Argumente für uns gegen diesen Schritt zusammengefasst:

ProKontra
Beziehung bekommt reale ChanceMit viel Unsicherheit verbunden
Ihr könnt evtl. arbeiten oder studierenMöglicherweise starkes Heimweh
Ihr werdet noch selbstständiger& mutigerHohe Kosten für Visa & Flug
Ihr denkt nicht immer: Was wäre wenn…Erwartungen können enttäuscht werden (Alltag ist nicht wie FD oder Urlaub)

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 2: Fernbeziehung)

Entscheidung für eine Fernbeziehung

Diese Option bietet sich an, wenn ihr euch schon sicher seid, dass ihr euch möglichst bald wiedersehen wollt und bis dato den Kontakt halten möchtet. Hierzu solltet ihr auf jeden Fall festlegen, ob es in dieser Phase erlaubt ist sich mit anderen potentiellen Partnern zu treffen oder nicht. Auch macht ihr am besten feste Termine aus, wann ihr über Telefon oder Skype Zeit miteinander verbringt. Zwischendurch könnt ihr euren Partner auch mithilfe von Bildern oder kleinen Videos an eurem Alltag teilhaben lassen. Nutzt diese Zeit um euch gegenseitig kennenzulernen, indem ihr viele Fragen stellt. Erzählt euch auch ruhig von euren Bedenken. Ihr seid wahrscheinlich beide sehr verunsichert, wie es weitergehen soll und könnt euch gegenseitig besonders gut Mut zu sprechen. Nach Außen hin würde ich gar nicht so viel preisgeben. Ihr könntet sagen, dass ihr jemanden getroffen habt und euch nun besser kennenlernen wollt. Es wirkt meiner Erfahrung nach eher abschreckend, wenn ihr jetzt schon von der großen Liebe sprecht, die ihr eines Tages mal heiraten wollt (auch wenn das vielleicht genau eurem inneren Empfinden entspricht). Überlegt gemeinsam, wann ihr euch das nächste Mal wiedersehen könnt. Der Zeitpunkt sollte realistisch sein und nach Möglichkeit innerhalb eines Jahres liegen. Schafft ihr es diese Zeit zu überbrücken, ist das ein gutes Zeichen. Wenn nicht, dann muss das nicht unbedingt die Schuld von einem von euch sein. Es gibt viele Gründe warum eine Fernbeziehung in die Brüche geht. Ihr könnt euch in unterschiedliche Richtungen entwickeln, einer mag sich neuverlieben oder der Druck von Freunden und Familie ist schlichtweg zu groß. In jedem Fall ist es niemals vergeudete Zeit, denn du hast die Möglichkeit dich in diesem Prozess selbst ein ganzes Stück besser kennenzulernen.
Hier nun die Vor- und Nachteile nochmal zusammengefasst:

   

Pro
Kontra

Kontakt wird gehalten
Emotional belastend

Zeit zum Kennenlernen
Keine Intimität möglich

Optionen sind offen / minimales Risiko
Hohe Gefahr des Fremdgehens
Guter Test für die Beziehung
Kein gemeinsamer Alltag /Gefahr des Auseinanderlebens

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 1: Bedenkzeit)

Du hast dich in einen Menschen aus einem anderen Land verliebt und überlegst jetzt wie es für eure Beziehung weitergeht? Es gibt mehr Möglichkeiten als du denkst! Die jeweiligen Vor- und Nachteile werden hier kurz vorgestellt. Letztlich ist aber jeder Fall nochmal individuell zu betrachten.


Entscheidung für eine Bedenkzeit

Oft ist man sich noch gar nicht sicher, ob und wie es weitergehen soll. Dann hilft eine emotionale Bedenkzeit. Die aufgewühlten Gefühle können sich legen und man findet heraus, ob die Gefühle auch nach ein paar Wochen  noch so intensiv sind, oder, ob man zwar die gemeinsame Zeit genossen hat, aber jetzt nach vorne schauen möchte. Beides ist vollkommen in Ordnung, hauptsache man steht hinter seiner Entscheidung. In meinen Augen ist es deutlich fairer im Vorfeld um eine Bedenkzeit zu bitten als seine Entscheidung später vielleicht zu bereuen und den anderen damit zu verletzen. Bedenkzeiten sollten aber nicht ins Unendliche gehen. Der Zeitraum von zwei Wochen bis hin zu einem Monat ist meines Erachtens eine gute Richtlinie. In dieser Zeit sollte kein Druck auf den anderen ausgeübt werden. Wenn ihr in der Zeit Kontakt haben möchtet, dann beschränkt ihn auf 1x pro Woche. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass ihr euch von der Stimmung des anderen beeinflussen lasst und dann nicht mehr entscheiden könnt, was ihr eigentlich wollt. Nach spätestens sechs Wochen sollte dann eine Entscheidung getroffen werden. Diese ist natürlich nicht unwiderrufbar, doch sollte sie wohl überlegt sein. Es kann sehr hilfreich sein, sich in dieser Zeit ein paar entscheidende Fragen zu stellen (s. Link). Die bisher verbrachte Zeit bietet wertvolle Hinweise auf die spätere Qualität eurer Beziehung. Daher sollte sie weder idealisiert noch als Urlaubsflirt ohne Zukunft abgetan werden. Eine Beziehung über weite Entfernungen hinweg gehört zu den schwierigsten Modellen, doch wenn die Liebe groß genug ist, sind es die Herausforderungen allemal wert. Hier nun nochmal die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

ProKontra
Keine voreilige VerpflichtungKann sich im Sand verlaufen
Zeit zur Reflektion & InnenschauGefahr durch Beeinflussung von außen
Mit Abstand auf die Ereignisse blickenRosarote Brille vs. Angst vorm Scheitern
Test für die Qualität der VerbindungZu frühes Aufgeben möglich