Montag, 28. November 2016

Visionen zu Papier bringen und staunen!

Schon seit meiner Jugend schreibe ich Tagebuch. Es hilft mir einfach meine Gedanken zu ordnen. Doch vor kurzem ist mir noch ein weiterer Aspekt aufgefallen: Tagebücher sind eine Art Kompass für unser Leben. Ich schreibe über das was mich bewegt und bin dadurch ganz nah bei mir. Im Folgenden bekommt ihr ein paar Einblicke in meine tiefsten Sehnsüchte von damals...

10.12.2009 - Es wartet eine Aufgabe in Afrika auf mich

"Auf der Beerdigung meiner Tante ist mir nochmal bewusst geworden wie wichtig es ist seinen Traum zu verwirklichen und für die eigenen Ziele im Leben zu kämpfen. Ich möchte der Welt etwas hinterlassen und ich möchte ein authentisches Leben führen, wo ich mich entfalten kann und mich so annehmen kann wie ich bin. Ich spüre so viel Energie und Kraft in mir, die raus will um produktiv in mein Leben fließen zu können anstatt ständig im Sand zu versinken. Ich möchte mich nicht  kontrollieren müssen, aus Angst man könnte mein natürliches Ich nicht mögen. Ich möchte wieder impulsiv und spontan das ausleben, was gerade in mir ist. Ich möchte keinen Teil mehr von mir abschneiden und verdrängen. Ich möchte frei sein, so zu leben wie ich es will. Ich möchte mich für die Liebe und Verständigung in der Welt einsetzen und die Vorurteile zwischen Schwarz und Weiß abbauen. Ich möchte Freiwilligen aus aller Welt das Glück in Afrika zeigen. Ich möchte Menschen und Kulturen zusammen lachen und voneinander lernen sehen. Bei dem Gedanken geht mein Herz auf. Es wartet eine Aufgabe in Afrika auf mich, das spüre ich!"

23.06.2011 - Ich bin der Schöpfer meines Lebens

"Ich habe gerade ein Buch über Resonanzkraft gelesen und mir ist bewusst geworden, dass ich der Schöpfer meines Lebens bin, und dass meine Überzeugungen meine Umwelt formen. Wenn ich mir also überlege, was ich in meinem Leben verwirklicht haben will, dann fallen mir folgende Punkte ein: Ich möchte lernen gut mit mir umzugehen - den eigenen Kritiker liebevoll zurechtzuweisen, wenn ich zu hohe Ansprüche hege. Ich möchte mich nicht selber kleiner machen als ich bin und lernen zu mir in meiner ganzen Fülle zu stehen. Ich möchte authentisch sein und mir die Möglichkeit offen halten mich stets meiner Sehnsucht gemäß weiterzuentwickeln. Ich sehne mich nach tiefem Kontakt zu ähnlich fühlenden Wesen und ich möchte Menschen helfen zu sich zu stehen und sich zu lieben. Ich wünsche mir einen Partner, der mich auf der Reise zu mir selbst begleitet und dem auch ich verhelfen kann zu wachsen. Ich wünsche mir aber auch einen humorvollen Umgang miteinander und dass man zusammen das Leben in all seiner Herrlichkeit genießen kann. Ich wünsche mir Leidenschaft und Abenteuer, das ungeschönte Leben soll sich mir offenbaren in all seinen Facetten. Ich möchte mehr spüren und den Weg des Herzens gehen. Ich wünsche mir den Rückhalt in meiner Familie und gute Freunde, die für mich da sind. Ich wünsche mir finanzielle Sicherheit, um mir manchmal den Luxus leisten zu können vom stressigen Alltag abzuschalten und mich verwöhnen zu lassen. Ich wünsche mir ein kindliches Gemüt, was staunen kann und unverstellt auf Leute zugeht und sich neuen Situationen aussetzt. Ich wünsche mir einen sicheren Hafen, an dem ich mich geborgen fühle und zu meiner Mitte finde. Ich wünsche mir einen Job, den ich aus Überzeugung machen kann und welcher mir tiefe Befriedigung verleiht. Ich möchte etwas für die Menschen tun, um sie sich selber näher zu bringen. Ich möchte tanzen, singen und Theater spielen. Ich möchte zwei wundervolle Kinder haben, die ich aufwachsen sehe und sie auf ihrem Lebensweg begleiten darf. In Gottes Namen!

Als ich diese Zeilen viele Jahre später erneut zu lesen begann, war ich absolut geflasht von der Kraft meiner Worte. Es scheint als hatte ich in diesen Momenten Zugriff auf das große Ganze, welches mir durch meine intuitiven Sehnsüchte meine Bestimmung offenbarte. Heute, viele Jahre später sind viele meiner geheimen Wünsche Realität geworden. Das meine ich mit der Schöpferkraft aufgeschriebener Visionen. Sie sind wahrhaftig wie ein Kompass für den eigenen Lebensweg, wenn sie aus dem Herzen kommen und nicht zensiert werden. Zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen niedergeschrieben habe, war mein Leben noch voller Selbstzweifel und unterdrücktem Selbstausdruck. Auch heute habe ich noch ab und an mit diesen Gefühlen zu kämpfen, aber sie kontrollieren mich nicht mehr. Ich entfalte mich stattdessen unaufhörlich in Richtung meiner Vision, indem ich Schritt für Schritt dem Weg meines Herzens folge.

Darum geht's und dass möchte ich auch Dir ans Herz legen. Falls du Dir dabei Unterstützung wünschst, bin ich gerne bereit Dich in Form eines Coachings ein Stück auf deinem Weg zu begleiten.

Herzlichst,
Mira

Sonntag, 13. November 2016

Weltweit lieben - Neues Leitbild für internationale Freiwilligenarbeit?!?

Oft fragen sich junge Freiwillige nach dem tieferen Sinn und dem Nutzen ihres Aufenthaltes für die lokale Bevölkerung. Ausgehend von der Kritik an einer eher defizitorientierten Entwicklungshilfe spricht man heutzutage lieber von Lerndiensten unter dem Motto "Lernen durch tatkräftiges Helfen". Doch was bedeutet das konkret? Wer lernt hier was und von wem? Die Freiwilligen erhoffen sich mitunter interkulturellen Austausch, das Verbessern ihrer Sprachkenntnisse und die Möglichkeit sich in einem neuen Arbeitsfeld auszuprobieren. Das ist alles schön und gut, doch hat die lokale Bevölkerung herzlich wenig von dieser Form von "Lerndienst". Die Freiwilligen, die ich kennenlernen durfte, gehen daher sehr kritisch mit den Strukturen ihres Auslandsprogrammes um.

Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen 

Auch ich in meiner Funktion als Mentorin und ehemalige Freiwillige musste mir des öfteren die Frage nach dem tieferen Nutzen dieser Programme stellen und bin für mich zu folgender Einsicht gekommen: Freiwilligendienste ermöglichen Begegnungen zwischen Menschen und Kulturkreisen, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlich erscheinen. Ein Kulturschock macht sich breit, doch durch den intensiven Kontakt im Projekt und im Privaten merken beide Parteien schnell, dass sie gar nicht soo verschieden sind. Es wird zusammen gelacht, gefeiert und sich unterstützt. Ein Gefühl der Vertrautheit stellt sich ein und die Menschen fangen an sich auf einer tieferen Ebene zu öffnen. Die Grenzen im Außen und im eigenen Denken treten mehr und mehr in den Hintergrund und es gibt Momente, da begegnen sich schlichtweg zwei Menschen in ihrem So-Sein.

Qualität der grenzenlosen Liebe  

Wenn man diesen Zustand dann nicht sofort wieder mit gedanklichen Konzepten überfrachtet, erahnt man die Qualität der grenzenlosen Liebe. Diese Erfahrung ist kostbar und verändert die eigene Sichtweise fundamental. Aus Fremden sind Freunde geworden und auch wenn sich die Wege bald wieder trennen mögen, bleibt dennoch das Gefühl inniger Verbundenheit. Denn so unterschiedlich sind wir im Grunde unseres Herzens gar nicht. Sehnen wir uns nicht alle nach innerer Zufriedenheit, der Entfaltung unserer Potentiale und dem Gefühl von Zugehörigkeit? Jeder kennt grundlegende Gefühle wie Angst, Trauer und Liebe; im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens können wir also viel voneinander lernen. Auf dieser Ebene gibt es keine ökonomische Einteilung in Gönner und Bettler. Im Gegenteil, wir alle haben einen reichen Erfahrungsschatz, den wir miteinander teilen können. Denn wir alle blicken auf das Mysterium "Leben", wenn auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Vielfalt als Bereicherung für alle

Doch ist diese Vielfalt nicht eine ganz wunderbare Bereicherung für alle? Der Austausch ist daher nicht nur "interkulturell" sondern immer auch ein Stück weit "spirituell" und "universell". Wir Westler teilen unser Wissen und unsere Technologien und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit mit unserer tiefen Menschlichkeit in Kontakt zu treten, welche uns unter einem eher rational ausgerichteten Weltbild immer mehr abhanden zu kommen droht. "Afrika hat mich mit meinem Herzen verbunden", wie ich gerne zu sagen pflege. Das heißt ich bin empfänglicher geworden für die verbindende Kraft der Liebe und aus diesem Grund schlage ich "weltweit lieben" als mein neues Motto für internationale Freiwilligendienste vor.

In diesem Sinne,
Mira

Sonntag, 6. November 2016

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 5: In Deutschland leben)

Entscheidung, den Partner nach Deutschland zu holen

Das ist die Entscheidung, die den meisten Mut erfordert. Meist ist diese Entscheidung mit einem Ehering verbunden. Mit diesem Schritt sollte man sich aus meiner Sicht mindestens 1 Jahr Zeit lassen. Im meinem Fall hatten wir drei Jahre, in denen wir uns ausgiebig kennenlernen konnten. Dadurch wusste ich, dass ich mich auf den Menschen, der mich ein Leben lang begleiten soll, absolut verlassen kann. Ich halte es absolut nicht für sinnvoll, sich zu schnell auf den Bund der Ehe einzulassen.  Natürlich muss das jedes Paar selbst entscheiden, aber meiner Meinung nach sollte die Beziehung ausreichend Zeit erhalten in ihrem eigenen Tempo zu wachsen. Das auch einfach aus dem Grund, dass man mögliche Konfliktpunkte in der Verliebtheitsphase noch nicht erkennen kann und sich dadurch vielleicht frühzeitig an jemanden bindet, der nicht wirklich kompatibel für ein Leben zu zweit ist. Weitere Gründe für eine möglichst späte Eheschließung:
  1. Heiraten ist eine emotional sehr einschneidende Angelegenheit
  2. Deine Familie sollte den Zukünftigen nicht erst am Hochzeitstag kennenlernen
  3. Du musst vielleicht erstmal lernen auf eigenen Beinen zu stehen

Glaube mir, den Partner nach Deutschland zu holen ist eine nervenaufraubende Sache. Du kommst zum ersten Mal in Kontakt mit unfreundlichen Beamten im Ausländeramt und wirst von allen Seiten schief angeguckt. Als ob du den Verstand verloren hättest; einen Schwarzen heiraten - wie blöd ist die denn? Auch die eigene Familie zeigt zunächst häufig Unverständnis und verdecktes Kopfschütteln. Da muss ich mir doch schon sehr sicher sein, dass ich diesen Menschen wirklich von Herzen liebe. Dann allerdings ist es durchaus möglich sämtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Bund der Ehe einzugehen. Welche Dokumente ihr für Visa&Co braucht, könnt ihr hier nachlesen...

Es gibt aber auch Alternativen zu Heirat. Es besteht bspw. die Möglichkeit ein FSJ in Deutschland zu machen. Oder dein Partner ist studiert und findet einen Arbeitsplatz, der dann als Grundlage für ein Arbeitsvisum dient. Eine weitere Option ist sicherlich das Touristenvisum. Das gibt euch die Möglichkeit innerhalb drei Monate den gemeinsamen Alltag in Deutschland auszutesten und die Beziehung einer letzten Bewährungsprobe zu unterziehen. Das ist sicherlich der einfachste und unverbindlichste Schritt und ich würde ihn für noch nicht ganz Entschlossene dringendst empfehlen.

John hat mich damals auch zunächst für drei Monate besucht. Anfangs hatte ich Bedenken, dass das evtl. Geldverschwendung ist und wir uns das finanziell gar nicht leisten können. Doch im Nachhinein haben wir damit den ökonomischsten Weg gewählt. Durch Zufall haben wir erfahren, wie es möglich ist auf einem ganz normalen Touristenvisum zu heiraten, so dass John nicht erst wieder nach Südafrika zurückfliegen musste, um dort mehrere Monate auf seine Papiere zu warten. Wie das geht erfährst du hier (link)

Wäre ich damals ohne ausgiebige Vorbereitungszeit in die Ehe gegangen, wer weiß wo ich jetzt stehen würde...

ProKontra
Langfristige PerspektiveGroßer Druck & Verantwortung
Nah bei Familie und FreundenAbhängig von der Familie?
Bessere Ausbildungs- bzw. Jobchancen für beideGefahr von Rassismus und Diskriminierung
Optionen: Touristenvisum, Arbeitsvisum und StudentenvisumTeuer und hohes Risiko

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 4: Trennung)

Entscheidung den Weg alleine fortzuführen

Diese Entscheidung kann zu jedem Zeitpunkt getroffen werden und ist völlig legitim. Es ist weißgott nicht einfach eine binationale Beziehung zu führen und wenn man merkt, dass man sich dieser Herausforderung nicht gewachsen fühlt bzw. die Umstände nicht passen, dann sollte man sich trennen und seinen Weg alleine fortführen.

Ich empfehle euch dennoch ein letztes, klärendes Gespräch zu führen. Erstens könnt ihr dann die Sache wirklich abschließen und zweitens ist es eine Möglichkeit um eure Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit auszudrücken. Überlegt euch vorher was ihr durch die Beziehung gelernt habt; über euch, die Umstände und eure Zukunftsvorstellung. Überlegt euch auch was ihr dem anderen wünscht und mit auf den Weg geben wollt. Lasst euch aber nicht überreden es doch zu versuchen, wenn ihr innerlich schon eine klare Entscheidung getroffen habt. Glaubt mir, das kann böse enden. Folgt bitte in diesem Punkt eurem inneren Gefühl, nicht das des Partners und nicht das von Außenstehenden.

ProKontra
ErleichterungEvtl. Gefühl von Wehmut/ Liebeskummer
Ihr könnt euch auf euren eigenen Weg konzentrieren
Ihr behaltet den anderen in guter Erinnerung
Ihr wisst jetzt vielleicht mehr was ihr stattdessen wollt

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 3: Rückkehr ins Gastland)

Entscheidung für die Rückkehr ins Gastland

Diese Entscheidung sollte nie zu voreilig getroffen werden, aber nach der empfohlenen Bedenkzeit kann dieser Schritt natürlich in Betracht gezogen werden. Die Rückkehr ins Gastland ist allerdings ein aufwendiger Prozess und oft ist fraglich, welches Visum dafür am geeignetsten ist. In einem anderen Artikel gehe ich darauf genauer ein. Am schnellsten zu erhalten ist natürlich ein Touristenvisum, allerdings ist dies in den allermeisten Fällen auf drei Monate begrenzt. Solltest du dich für ein längerfristiges Visum entscheiden, musst du mit einer Bearbeitungsdauer von 2-3 Monaten rechnen. Das ist nervig, aber ihr könnt diese Zeit auch nutzen, um euch noch besser kennenzulernen und für die gemeinsame Zeit zu planen.
  • Wo möchten wir wohnen (alleine oder zusammen?)
  • Wie steht es um die finanzielle Absicherung?
  • Was ist unser gemeinsames Ziel in dieser Zeit?

Ich bin damals bspw. für 10 Monate auf einem Freiwilligenvisum zurück nach Südafrika gegangen und wir haben die ersten paar Monate getrennt gelebt, um uns ausgiebig beschnuppern zu können. Ich hatte mir damals 3000 Euro von meiner Mutter geliehen und über das Internet einen "Praktikumsplatz" in einem Backpacker ergattert. Das hatte den Vorteils, dass ich dort umsonst wohnen konnte und sogar das Hostel-eigene Auto benutzen durfte. Unser gemeinsames Ziel war es der Beziehung durch meine Rückkehr eine realistische Chance zu geben und uns gegenseitig einfach besser kennenzulernen. Andererseits war es mir wichtig, dass ich nicht auf meinen Partner angewiesen war und selbst wenn die Beziehung in die Brüche gegangen wäre, ich trotzdem noch eine schöne Zeit in Südafrika haben würde.

Macht euch also im Vorhinein ausreichend Gedanken über diese Punkte, ohne durch die vielen Horrorszenarien den Glauben an euer Vorhaben komplett zu verlieren. Sucht den Austausch mit eurem Partner über diese Punkte und bindet ihn in die Vorbereitungen mit ein. Er kann sich bspw. um eine Wohnung vor Ort kümmern oder den ersten gemeinsamen Ausflug organisieren. Das zeigt wie engagiert er ist und ob er bereit ist für die Beziehung Kompromisse einzugehen.

Stellt euch auch einen Notfallplan auf, damit einerseits eure Familie beruhigt ist und ihr andererseits im akuten Notfall wisst was zu tun ist bzw. wen ihr kontaktieren müsst. Falls möglich, verbleibt in gutem Kontakt mit eurer Freiwilligenorganisation vor Ort. Die können euch in vielen Punkten unterstützen und als als erste Anlaufstelle dienen. Hier nochmal die wichtigsten Argumente für uns gegen diesen Schritt zusammengefasst:

ProKontra
Beziehung bekommt reale ChanceMit viel Unsicherheit verbunden
Ihr könnt evtl. arbeiten oder studierenMöglicherweise starkes Heimweh
Ihr werdet noch selbstständiger& mutigerHohe Kosten für Visa & Flug
Ihr denkt nicht immer: Was wäre wenn…Erwartungen können enttäuscht werden (Alltag ist nicht wie FD oder Urlaub)

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 2: Fernbeziehung)

Entscheidung für eine Fernbeziehung

Diese Option bietet sich an, wenn ihr euch schon sicher seid, dass ihr euch möglichst bald wiedersehen wollt und bis dato den Kontakt halten möchtet. Hierzu solltet ihr auf jeden Fall festlegen, ob es in dieser Phase erlaubt ist sich mit anderen potentiellen Partnern zu treffen oder nicht. Auch macht ihr am besten feste Termine aus, wann ihr über Telefon oder Skype Zeit miteinander verbringt. Zwischendurch könnt ihr euren Partner auch mithilfe von Bildern oder kleinen Videos an eurem Alltag teilhaben lassen. Nutzt diese Zeit um euch gegenseitig kennenzulernen, indem ihr viele Fragen stellt. Erzählt euch auch ruhig von euren Bedenken. Ihr seid wahrscheinlich beide sehr verunsichert, wie es weitergehen soll und könnt euch gegenseitig besonders gut Mut zu sprechen. Nach Außen hin würde ich gar nicht so viel preisgeben. Ihr könntet sagen, dass ihr jemanden getroffen habt und euch nun besser kennenlernen wollt. Es wirkt meiner Erfahrung nach eher abschreckend, wenn ihr jetzt schon von der großen Liebe sprecht, die ihr eines Tages mal heiraten wollt (auch wenn das vielleicht genau eurem inneren Empfinden entspricht). Überlegt gemeinsam, wann ihr euch das nächste Mal wiedersehen könnt. Der Zeitpunkt sollte realistisch sein und nach Möglichkeit innerhalb eines Jahres liegen. Schafft ihr es diese Zeit zu überbrücken, ist das ein gutes Zeichen. Wenn nicht, dann muss das nicht unbedingt die Schuld von einem von euch sein. Es gibt viele Gründe warum eine Fernbeziehung in die Brüche geht. Ihr könnt euch in unterschiedliche Richtungen entwickeln, einer mag sich neuverlieben oder der Druck von Freunden und Familie ist schlichtweg zu groß. In jedem Fall ist es niemals vergeudete Zeit, denn du hast die Möglichkeit dich in diesem Prozess selbst ein ganzes Stück besser kennenzulernen.
Hier nun die Vor- und Nachteile nochmal zusammengefasst:

   

Pro
Kontra

Kontakt wird gehalten
Emotional belastend

Zeit zum Kennenlernen
Keine Intimität möglich

Optionen sind offen / minimales Risiko
Hohe Gefahr des Fremdgehens
Guter Test für die Beziehung
Kein gemeinsamer Alltag /Gefahr des Auseinanderlebens

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 1: Bedenkzeit)

Du hast dich in einen Menschen aus einem anderen Land verliebt und überlegst jetzt wie es für eure Beziehung weitergeht? Es gibt mehr Möglichkeiten als du denkst! Die jeweiligen Vor- und Nachteile werden hier kurz vorgestellt. Letztlich ist aber jeder Fall nochmal individuell zu betrachten.


Entscheidung für eine Bedenkzeit

Oft ist man sich noch gar nicht sicher, ob und wie es weitergehen soll. Dann hilft eine emotionale Bedenkzeit. Die aufgewühlten Gefühle können sich legen und man findet heraus, ob die Gefühle auch nach ein paar Wochen  noch so intensiv sind, oder, ob man zwar die gemeinsame Zeit genossen hat, aber jetzt nach vorne schauen möchte. Beides ist vollkommen in Ordnung, hauptsache man steht hinter seiner Entscheidung. In meinen Augen ist es deutlich fairer im Vorfeld um eine Bedenkzeit zu bitten als seine Entscheidung später vielleicht zu bereuen und den anderen damit zu verletzen. Bedenkzeiten sollten aber nicht ins Unendliche gehen. Der Zeitraum von zwei Wochen bis hin zu einem Monat ist meines Erachtens eine gute Richtlinie. In dieser Zeit sollte kein Druck auf den anderen ausgeübt werden. Wenn ihr in der Zeit Kontakt haben möchtet, dann beschränkt ihn auf 1x pro Woche. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass ihr euch von der Stimmung des anderen beeinflussen lasst und dann nicht mehr entscheiden könnt, was ihr eigentlich wollt. Nach spätestens sechs Wochen sollte dann eine Entscheidung getroffen werden. Diese ist natürlich nicht unwiderrufbar, doch sollte sie wohl überlegt sein. Es kann sehr hilfreich sein, sich in dieser Zeit ein paar entscheidende Fragen zu stellen (s. Link). Die bisher verbrachte Zeit bietet wertvolle Hinweise auf die spätere Qualität eurer Beziehung. Daher sollte sie weder idealisiert noch als Urlaubsflirt ohne Zukunft abgetan werden. Eine Beziehung über weite Entfernungen hinweg gehört zu den schwierigsten Modellen, doch wenn die Liebe groß genug ist, sind es die Herausforderungen allemal wert. Hier nun nochmal die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

ProKontra
Keine voreilige VerpflichtungKann sich im Sand verlaufen
Zeit zur Reflektion & InnenschauGefahr durch Beeinflussung von außen
Mit Abstand auf die Ereignisse blickenRosarote Brille vs. Angst vorm Scheitern
Test für die Qualität der VerbindungZu frühes Aufgeben möglich

Hilfe, meine große Liebe kommt aus einem anderen Land!

Vor vier Jahren traf ich in Südafrika einen Mann, mit dem ich mich von der ersten Minute an tief verbunden fühlte. Intuitiv spürte ich, dass dies der Mann meines Lebens ist. Blöd nur, dass  wir auf zwei verschiedenen Kontinenten lebten...

Nach einer intensiven Zeit des "Himmels auf Erden" folgte schließlich die Ernüchterung. Der Tag des Abschieds rückte unaufhaltlich näher und damit auch die Frage, wie es nun weitergehen soll. Zweifel stellten sich ein: Ist es vielleicht nur eine weitere Urlaubsliebe, in die ich mal wieder viel zu viel hinein interpretiere? Was, wenn ich mir das Ganze nur einbilde? Und überhaupt, war nicht eigentlich der Plan mir in Deutschland einen guten Job und eine eigene Wohnung zu suchen? Ich war verwirrt und ging daher erstmal auf Abstand. Doch so ganz wollte mir diese Begegnung nicht aus dem Kopf gehen. Ich dachte an all die intensiven Erlebnisse und wünschte mir insgeheim wieder in seinen Armen liegen zu können...

Geht es Dir vielleicht ähnlich? Fühlst Du ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit einem Menschen, der hunderte oder gar tausende Kilometer weit weg lebt? Suchst Du nach Antworten für dein momentanes Gefühlschaos?
Ich weiß mit welchen Ängsten und Zweifeln man sich in dieser Phase rumschlägt. Auch weiß ich wie es ist, wenn einen keiner zu verstehen scheint. Da ist der Kopf, der dir aufzeigt, dass die äußeren Umstände nun wirklich alles andere als erfolgsversprechend sind. Doch da ist auch dein Herz, dass dich unentwegt antreibt und sich so sehr nach dieser einen Person sehnt. Es ist zum Verrücktwerden!!!

Hier ist es meiner Erfahrung nach sehr hilfreich Dir erst einmal eine Auszeit zu nehmen und nichts zu überstürzen. Was du jetzt am wenigsten gebrauchen kannst sind irgendwelche Beeinflussungsversuche aus deinem Umfeld.  Wende dich in regelmäßigen Abständen nach Innen und lerne die vielen unterschiedlichen Stimmen kennen. Das hilft dir bei der Klärung, was nun der nächste Schritt ist, der für Dich stimmig ist.

Falls Du Dir in diesem Prozess Unterstützung wünschst, nutze mein Coachingangebot, indem viele Fragen geklärt werden können und Du den Weg vorwärts klarer erkennen kannst.