Sonntag, 26. März 2017

Die Bedeutung des Weiß-Seins und wie sehr wir im Alltag davon profitieren (ob wir wollen oder nicht)




In der Kritischen Weißseinsforschung (engl: critical whiteness studies), stehen die Begriffe Schwarz und Weiß nicht etwa für Hautfarben, sondern werden als soziale Konstruktionen verstanden. Sie kennzeichnen verschiedene Perspektiven auf die Gesellschaft, verschiedene Orte oder Positionen, von denen aus gesprochen wird.



Schwarz & Weiß als Analysekategorien
Die Kulturwissenschaftlerin Peggy Piesche bezeichnet Schwarz als eine „Identität der Unterdrückungserfahrungen, die alle Gruppen von people of color einschließt“. Somit steht die Bezeichnung Schwarz für alle Menschen, die aufgrund körperlicher und kultureller Fremdzuschreibungen der weißen Dominanzgesellschaft als „anders“ und „unzugehörig“ definiert werden und dadurch Opfer oder Projektionsfläche von Rassismen sind.

Als Weiß werden Menschen bezeichnet, die nicht Opfer von Rassismen werden. Dennoch ist Weiß-Sein nicht als absolute Strukturkategorie zu sehen, da ein weißer deutscher Leiter eines Großunternehmens eine andere Machtposition inne wohnen hat als eine weiße deutsche Studentin. Diese Position unterscheidet sich wiederum von der einer weißen ukrainischen Obstpflückerin in Spanien. Rassifizierte Machtstrukturen korrelieren hier mit anderen Kategorien wie Nationalität, Klasse, formaler Bildungsgrad, Gender oder sexueller Orientierung.

Die Verwendung von binären Kategorien wie Schwarz und Weiß birgt aber immer auch die Gefahr, diese Kategorien weiter festzuschreiben und ihnen eine Essenz zu geben, obwohl sie eigentlich Konstrukte sind und nicht unnötig verfestigt werden sollten.

Trotzdem müssen Machtstrukturen beschreibbar sein, da die Nichtbenennung sie nur noch mächtiger macht. Von daher ist die Fokussierung auf der Differenz zwischen Weiß und Schwarz aus analytischer Sicht durchaus gerechtfertigt: Nicht als festschreibender Vorgang, sondern als strategische Markierung, um der weißen Position die Privilegien der Universalität und Unsichtbarkeit nehmen zu können.


Weiß-Sein als unsichtbare Norm
Eine weiße Position zeichnet sich speziell dadurch aus, dass sie  normalerweise keine explizit weiße Position ist. Weiße Menschen sind es nicht gewohnt, sich selbst als weiß zu bezeichnen. Ihre Hautfarbe scheint keine Rolle zu spielen, denn sie ist die unsichtbare Norm, die nicht markiert ist. So nennen weiße Deutsche bei ihrer Beschreibung gerne Dinge wie Beruf, Alter, Geschlecht, religiöse Orientierung und Familienstand. Weiß-Sein ist in der Regel als Selbstkonzept nicht bewusst vorhanden.

Die Schaffung eines Menschenbegriffs, der die weiße Hautfarbe bereits beinhaltet, hat zu einer nur schwer verrückbaren Festlegung aller Nicht-Weißen auf eine „Andersartigkeit“ und „Abweichung“ geführt. In den Worten der Musikerin Noah Sow: „Weiße Menschen sind Menschen, während schwarze Menschen schwarze Menschen sind“ 


Weiß-Sein als System der Privilegierung
Bei der Diskussion um Weiß-Sein passiert es daher leicht, dass der Blick immer wieder auf das Andere, auf das Schwarz-Sein, gelenkt wird. Weißen fällt es im Normalfall nicht schwer zuzugeben, dass Schwarze diskriminiert werden. Die weiße Privilegierung wird hingegen sehr viel seltener thematisiert. In der klaren Benennung des eigenen Weiß-Sein liegt jedoch ein große Vorteil gegenüber dem Begriff Rassismus, denn über "Rasse" und Klasse zu sprechen heißt primär über Schwarze und Arme zu sprechen. Dagegen thematisiert Weiß-Sein stärker die bisher unmaskiert gebliebene Machtposition und verdeutlicht damit, dass letztlich alle Menschen von Rassismus betroffen sind.

Im Alltag bedeutet Weiß-Sein meist bestimmte Erfahrungen nicht zu machen. Es bedeutet zum Beispiel, nicht als exotisch wahrgenommen zu werden, nicht gefragt zu werden, woher man kommt und wann man zurück geht. Da man bestimmte Erfahrungen nicht macht, genießt man unverdiente Vorteile, in anderen Worten: Privilegien. Hier sind einige solcher Privilegien:

o   Weiße sind überall in der Öffentlichkeit und in den Medien präsent. Ihre Repräsentation ist dabei stets individuell, vielfältig und heterogen. Sie werden nicht als Weiße stereotypisiert. Sie haben Namen, Berufe, politische Orientierungen. Man findet sie an den verschiedensten Orten der Welt, und sie werden als handlungsmächtig angesehen.

o   Wenn Weiße ihre berufliche Zukunft planen oder daran denken, sich sozial oder politisch zu betätigen, müssen sie sich keine Gedanken oder gar Sorgen machen, ob sie auf Grund ihrer Hautfarbe akzeptiert werden. Die eigene Kompetenz wird nicht auf Grund der Hautfarbe in Frage gestellt, und wenn es um Themen wie Zivilisation und Fortschritt geht, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um die Angelegenheit weißer Leute handelt. Weiße genießen also das Privileg dazuzugehören, es werden „ihre Themen“ verhandelt und in Konkurrenzsituationen werden sie in aller Regel vorgezogen und zwar so, dass sie dies nicht in Beziehung zu ihrem Weiß-Sein setzen müssen.

o   Weiße genießen in Deutschland den Schutz der Anonymität. Die Aufmerksamkeit ist nicht ständig auf sie gerichtet. Weil sie das Recht haben dazuzugehören, ist ihre Zugehörigkeit selbstverständlich.

o   Weiße besitzen die Möglichkeit eher selbst zu bestimmen, wie weit sie sich anderen gegenüber öffnen wollen. Schwarzen hingegen passiert es häufig, dass sie von völlig unbekannten Personen über ihre Herkunft ausgefragt werden. Demgegenüber haben Weiße viel eher die Kontrolle darüber, wann sie über persönliche Themen sprechen wollen.

o   Weiße haben die Wahl, sich mit Rassismus auseinander zu setzen oder auch nicht. Wenn sie keine Lust mehr haben, wenn es ihnen beschwerlich oder unangenehm wird, können sie ihr Interesse auf etwas anderes richten. Schwarzen Menschen ist dies nicht möglich. Sie müssen sich ihr Leben lang mit Rassismus auseinander setzen.

o   Weiße haben das Privileg allem einen Namen geben und die Welt einordnen zu dürfen. Wenn nicht sie, sondern jemand anders etwas entdeckt oder benannt hat, wird es so lange nicht akzeptiert, bis ein Weißer dies bestätigen kann.

Das sind wie gesagt nur ein paar Beispiele und auch sicherlich nicht in Stein gemeißelt. Mich interessiert wie du zu dem Thema stehst und was für Erfahrungen du gemacht hast. Schreib mir also gerne einen Kommentar.


Herzlichst,

Mira


Hier noch ein paar Literaturvorschläge zum Thema:

-  Sow, Noah (2008): Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus.

Susan Arndt (2005.): AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland.

-  Maureen Maisha Eggers u.a. (2005): Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Mythen, Masken und Subjekte.

-  Wachendorfer, Ursula (2006): Weiss-Sein in Deutschland. Zur Unsichtbarkeit einer herrschenden Normalität.

-  Wollrad, Eske (2005): Weißsein im Widerspruch. Feministische Perspektiven auf Rassismus, Kultur und Religion.

Freitag, 17. März 2017

Übernimmst du zu viel Verantwortung in deiner Partnerschaft?

Ich bin grundsätzlich ein großer Fan von einem ausgeglichenen Geben und Nehmen in Beziehungen. Damit meine ich allerdings keine strikte Erbsenzählerei oder "Wie du mir, so ich dir" sondern vielmehr die Gewissheit, dass beide Partner auf ihre Weise in die Beziehung investieren und im Gegenzug auch die Früchte ernten können.

Wie viele Frauen investiere ich zeitweise aber dann doch mehr als mir gut tut. Anfangs sicherlich weil John sich erstmal in Deutschland zurechtfinden musste. Ich übernahm also alles was mit Finanzen, Planen, Organisieren und bürokratischem Kram zu tun hat.

Allerdings habe ich irgendwann gemerkt, dass ich nicht nur rein praktisch mehr Verantwortung übernehme, sondern mich auch auf mentaler und emotionaler Ebene sehr für John und das Gelingen unserer Beziehung verantwortlich fühle. Ich habe mir anfangs viele Sorgen um John's Zukunft gemacht und stets nach passenden Möglichkeiten Ausschau gehalten, wie er glücklich werden kann.

Damit habe ich uns beide aber unter enormen Druck gesetzt. Unterschwellig wollte "ich" etwas beweisen, indem "John" einen guten Job findet und erfolgreich wird. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr unsere Energien miteinander verknüpft waren. Ging es John schlecht, ging es mir automatisch auch schlecht. Ich habe mich für sein Wohlergehen verantwortlich gefühlt, auch wenn er das gar nicht wollte.

Ich durfte erkennen, dass ich mit diesem Verhalten keinem von uns einen Gefalle tue. Im Gegenteil, ich entmündige John dadurch vielmehr, mache ihn von mir abhängig uns beschwere mich dann, dass er sich nicht genug einsetzt. Dazu fällt mir ein Zitat von Byron Katie ein:

"Zu denken, dass ich weiß was das Beste für irgendjemanden ist, ist außerhalb meiner Angelegenheiten zu sein. Sogar im Namen der Liebe ist es reine Arroganz und das Resultat ist Anspannung, Sorge und Angst. Weiß ich was richtig ist für mich? Das ist meine einzige Angelegenheit. Lass mich zuerst damit arbeiten bevor ich versuche Probleme für dich zu lösen."

Das war eine wertvolle Erkenntnis. Es hat mich auf mich selbst zurückgeworfen und im Nachhinein bin ich dafür sehr dankbar. Ich musste mich also primär fragen, was "mich" glücklich macht und dann dementsprechend handeln. Das habe ich zum Glück auch getan bzw. bin immer wieder aufs Neue dabei, denn bei mir und meinen Angelegenheiten zu bleiben ist eine große Herausforderung für mich.

Schon seit meiner Kindheit habe ich unbewusst viel Verantwortung für das Glück anderer Menschen übernommen. In meinem Job in der Flüchtlingshilfe muss ich mich daher auch immer wieder dabei ertappen wie ich deren Probleme auf mich nehme und versuche sie in ihrem Namen zu lösen, anstatt mehr Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Ich merke jedes Mal wie eine riesen Last von mir abfällt, wenn ich diese Verantwortung abgebe und mich stattdessen nur auf mich und den nächsten Schritt in meinem Leben konzentriere. Dann habe ich plötzlich wieder Energie für das Schreiben eines Blogbeitrages oder das Vorantreiben meiner Masterarbeit. Indem ich mich auf meine Fortschritte konzentriere, motiviere ich nebenbei auch meine Umwelt es mir gleichzutun. Ob sie es dann letztlich machen, ist allein ihre Entscheidung. Es liegt schließlich nicht in meinem Verantwortungsbereich.


Ich habe übrigens neulich auch nochmal mit John geredet und wir sind zu der Übereinkunft gekommen, dass ich mich zwar auch weiterhin um den Bürokratiekram kümmere, er dafür aber mehr Aufgaben im Haushalt übernimmt. So werde ich nun an fünf Tagen in der Woche bekocht und muss nicht mehr abends noch im Supermarkt an der Kasse stehen. Was für eine Erleichterung! Das Gleichgewicht ist wieder hergestellt und ich übernehme meine Aufgaben nun wieder mit Freude.

Wie gehst Du mit diesem Thema um? Übernimmst du auch gelegentlich mehr Verantwortung als dir gut tut und mischst dich gerne mal ungefragt in die Angelegenheiten anderer Menschen ein? Wie beeinflusst das deine Partnerschaft? Möchtest du was ändern?

Herzlichst,
Mira

Freitag, 10. März 2017

Sieben Stadien einer Dualseelen-Reise

Wie ihr wisst, bin ich der tiefen Überzeugung mit meinem Mann meine Dualseele getroffen zu haben, welche mein Leben von Grund auf verändert hat.
In letzter Zeit habe ich einiges zu dem Thema Seelenliebe gelesen. Vieles davon wirkte auch mich verwirrend, widersprüchlich und absolut fragwürdig.
Ein Text aber hat mich wirklich berührt, weil er meine tiefen Empfindungen in Worte fassen konnte. Da er auf Englisch ist, habe ich ihn kurzerhand übersetzt. Das Original könnt ihr euch hier angucken.
1.) Gegenseitiges Erkennen

Beide Partner erkennen einander auf der Seelenebene und fühlen eine nie dagewesene Vertrautheit. Es ereignen sich viele schicksalhafte Fügungen. Die Herzchakren öffnen sich und beide Seelen verschmelzen rasch zu einem vereinten Energiefeld. Ein Gefühl des Erwachens stellt sich ein, was zu einer Art spiritueller Ekstase führt.

Sinn dieser Phase: Die Erinnerung an den eigenen Seelenplan wird wachgerufen und eine höhere Bewusstseinsstufe wird eingeleitet.

2.) Testphase

Der vorübergehende Himmel auf Erden beginnt sich zu verflüchtigen und das Ego kommt allmählich wieder zum Vorschein. Einer oder beide versuchen nun die zarte Verbindung anhand herkömmlicher Muster von Liebe und Beziehung zu verstehen, so dass diese mit den eigenen Vorstellungen und romantischen Idealbildern in Einklang gebracht werden können. Dies scheint jedoch nicht zu gelingen und es kommt unweigerlich zu ersten Konflikten. Beide fühlen sich in dieser Phase gleichermaßen inspiriert und eingeschüchtert von der enormen Kraft dieser Verbindung. Ängste und Zweifel machen sich breit und das Gegenüber wird zunehmend kritischer beäugt.

Sinn dieser Phase: Veraltete Konzepte und Idealvorstellungen bzgl. Liebe und Beziehung kommen an die Oberfläche, um dort geklärt und hinterfragt zu werden.

3.) Krisenstimmung

Die inneren Konflikte eskalieren in eine Krise. Es geht darum zu erkennen, dass sie entweder ihre eigennützigen Konzepte über den Sinn von Liebesbeziehungen überdenken oder die Verbindung zur Dualseele langfristig zur Qual wird. Die Vorstellung, die eigene Identität zu Gunsten einer höheren Form von Liebe unterzuordnen, kann ungeahnte Sturheit oder gar Panik auslösen. Die Angst vor dem Unbekannten kann so überwältigend sein, dass zahlreiche dysfunktionale Verhaltensweisen zum Vorschein kommen. Indem es dir gelingt in dieser Phase möglichst präsent zu bleiben, kannst du deine Egostrategien erkennen und loslassen. Trotz der aufsteigenden Ängste begegnen sich die Dualseelen in regelmäßigen Abständen zur Stärkung des zarten Bandes. Sie üben sich in offener Kommunikation und Vergebung. Auch die Vereinigung der Körper wird zum heiligen Ritual, welches die spirituelle Entwicklung beider Partner enorm unterstützt.

Sinn dieser Phase: Die Ermöglichung von Heilung dysfunktionaler Ego-Strategien durch Reifung des Mental- und Emotionalkörpers.

4.) Flucht vor zu viel Nähe

Das menschliche Ego ist nicht bereit seine Vormachtstellung an das erweitere Bewusstseinsfeld der Dualseelen-Verbindung abzutreten. Der Schmerzkörper erwacht und Überlebensstrategien wie Verteidigung, Abwehr, Manipulation, Wutausbrüche, Bestrafung und Abwertung treten zu Tage. Einer oder beide Duale kommen mit tiefsitzendem Schmerz in Kontakt und fühlen sich auf der Seelenebene zurückgewiesen und allein gelassen. Diese Schmerzen können unerträgliche Ausmaße annehmen, so dass sich der- oder diejenige immer mehr zurückzieht oder den Kontakt aus Angst und einem Gefühl von Zwecklosigkeit komplett abbricht. Der andere mag dann zeitweise mit aller Kraft versuchen die ursprüngliche Harmonie wiederherzustellen, was jedoch in dieser Phase in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt ist.

Sinn dieser Phase: Beide Seelen werden zu Gott geführt, um auf diese Weise die Heilung ihrer tiefsten Wunden zu erfahren. Dadurch wird die Reifung des spirituellen Körpers vorangetrieben.

Hinweis: Es besteht die Gefahr in Ego-Kämpfen hängenzubleiben oder sich der Verbindung komplett zu verschließen. Das erschwert oder blockiert die Erreichung der nächsten Phase. Dennoch ist jede Seele frei ihren eigenen Weg zu gehen und Verurteilungen machen überhaupt keinen Sinn. Am ehesten hilfst du deinem Dual, indem du ihn mit liebevollen Gedanken auf der mentalen Ebene unterstützt. Diese kann deine Zwillingsseele spüren und fühlt sich dadurch auf wundersame Weise gestärkt.

5.) Hingabe an Gott

Die Dualseelen durchleben heftige Turbulenzen im Privatleben und verstehen letztlich, dass diese mit der Abspaltung von ihrem Seelenpartner zu tun haben. Sie kommen zu der Einsicht, dass ihre Verbindung einer höheren Macht übergeben werden muss und dass sich mithilfe göttlicher Führung alles zur rechten Zeit zum Wohle aller Beteiligten fügen wird. Zunächst müssen sich dafür beide Duale, unabhängig voneinander, auf den Weg der Erleuchtung begeben. Dabei wird kein Druck mehr auf den anderen ausgeübt; jeder kann sich in seinem eigenen Tempo und auf seine eigene Art und Weise entwickeln. Mitgefühl stellt sich ein, welches die Verbindung auf energetischer Ebene enorm unterstützt. Die Herzen öffnen sich erneut. Das ist eine gute Zeit, um diese Energien in künstlerische Projekte, Musik, Schreiben oder sonstige schöpferische Akte zu lenken. Auch das Bedürfnis, sich sozial oder für die Umwelt zu engagieren, wächst zunehmend.

Sinn dieser Phase: Loslösung von einengenden Überzeugungen über das Leben und die Liebe. Der Kontakt zur gütigen Kraft Gottes steht fortan im Mittelpunkt und das Vertrauen in den Prozess erstarkt.

6.) Verkörperung des strahlenden Lichtes

Das Ego macht Platz für das strahlende Licht Gottes, welches Körper, Geist und Seele mit tiefem Frieden erfüllt. Das spirituelle Erwachen ist im Bewusstsein angekommen und leitet ein neues Entwicklungsstadium ein. Anstatt vergebens dem Ideal der romantischen Liebe hinterherzujagen, geht es nun um die Kultivierung und die Weitergabe dieser göttlichen Kraft. In diesem Stadium sind die Emotional-, Mental-, und spirituellen Körper beider Duale vollkommen ausgereift. Neue Schaffenskraft und Gaben der Heilung treten hervor und werden in den Dienst der Menschheit gestellt.

Sinn dieser Phase: Eine nach außen gerichtete Strömung göttlicher Liebe, durch die Verankerung im Körper und durch das Leben der eigenen Bestimmung. Diese neue Ausrichtung hat das Ziel, die Menschheit auf eine erweiterte Bewusstseinsstufe zu befördern.

7.) Harmonie und grenzenlose Liebe

Beide Duale schwingen auf ihrer ursprünglichen Frequenz und sind folglich bereit diese Schwingung nun in ihr eigentliches Potenzial als vereinte Dualseele zu tragen. Durch die Freisetzung grenzenloser Liebe werden viele Herzen berührt und an ihren Ursprung erinnert. Es kommt zu einer Kettenreaktion spirituellen Erwachens.

Sinn dieser Phase: Erfüllung der göttlichen Mission aller Dualseelen-Vereinigungen: Die Verkörperung grenzenloser Liebe und die Rückkehr zum All-Eins Bewusstsein.
Ubuntu Spirit!!!

Herzlichst,
Mira

Sonntag, 5. März 2017

Geld - das leidige Thema in vielen binationalen Partnerschaften

Geld war in meinen binationalen Beziehungen immer ein großes  Minenfeld. Obwohl ich mir große Mühe gab diesem Thema nicht all zu viel Gewicht zu geben (schließlich gibt es noch wichtigere Dinge im Leben) stand es dennoch immer irgendwo im Raum. Unser Geld war eindeutig ungerecht verteilt und sorgte stillschweigend  für ein enormes Ungleichgewicht in der Partnerschaft.

Ich, als Weiße geboren in einer Arztfamilie, war dabei eindeutig auf der Gewinnerseite. Zwar waren meine Eltern keineswegs "reich", aber wir mussten uns um Geld zumindest keine Sorgen machen. Mein Vater bezahlte meine Studiengebühren und kam zusätzlich für die Unterhaltskosten auf. Wenn mir das zu wenig gewesen wäre(!), hätte ich natürlich noch einen Nebenjob annehmen können. Dann aber auf jeden Fall einen der zu mir passt und möglichst gut bezahlt. Ich hatte die Wahl.

Als ich mich auf einer Afrikareise in einen Schwarzen aus einer Arbeiterfamilie verliebte, lernte ich  Geld aber auch als ein sehr zweischneidiges Schwert kennen.

Meine Euros waren in Gambia deutlich mehr wert als die lokale Währung, weshalb ich mir dort quasi "für lau" ein gutes Leben machen konnte. Vom weißen Standpunkt aus gesehen war jedenfalls alles verhältnismäßig günstig und so profitierte ich erneut ganz "unverdient" von den  kolonialen Überbleibseln in unserer heutigen Welt.


Ganz anders sah die Sache natürlich aus Sicht der Einheimischen aus. Diese konnten sich glücklich schätzen, wenn sie überhaupt einen Job fanden und mussten dann meist hart für ihren erkämpften Lebensstandard arbeiten. Wollten sie dann auch noch mit uns Weißen mithalten und abends in schicke Clubs gehen, ständig Taxi fahren und möglichst nah am Strand wohnen, dann stoßen sie ziemlich schnell an die Grenzen des Machbaren.

Als ich das mal durchschaut hatte, blieben mir scheinbar zwei Möglichkeiten: Ich konnte meinen schwarzen Freund fortan entweder zu allem einladen und die "Gönnerin" spielen oder ich senkte meinen Lebensstandard und lernte mit weniger auszukommen.

Wir haben damals, denke ich, einen recht guten Kompromiss gefunden, der für uns beide gepasst hat. Wie wohnten zum Beispiel für sechs Monate im Haus seiner Eltern und gaben die gesparte Miete dann für Lamins Weiterbildung und gemeinsame Aktivitäten aus. Wir kauften den Großteil der Lebensmittel auf dem lokalen Markt ein und erledigten, wenn möglich, das meiste zu Fuß. Abends saßen wir sowieso lieber auf dem Dach und haben Sterne beobachtet als vor dem Fernseher zu sitzen. Das waren also alles keine sonderlichen Einschränkungen ;-)

Im Gegenteil, ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück. Selten war ich in meinem Leben so glücklich und zufrieden gewesen. Ich genoss den entschleunigten Lebensstil und fühlte mich auf seltsame Weise "angekommen".


Dennoch werde ich zeit meines Lebens eine Weiße bleiben, die allein aufgrund dieser Tatsache zahlreiche Privilegien in Afrika genießt und sich daher auch immer von der lokalen Bevölkerung absetzen wird. Und um ganz ehrlich zu sein wollte ich einige dieser Privilegien auch nicht missen wollen. Insgeheim träumte ich sogar davon eines Tages ein eigenes Haus am Strand zu besitzen, wobei wir wieder beim leidigen Thema Geld angekommen wären.

Persönlich hatte ich ja das Privileg einfach wieder nach Deutschland zurückkehren zu können und dort nach Abschluss meines Studiums einen guten Job anzunehmen. Aber für Lamin wäre das Leben in Deutschland eine große Herausforderung geworden. Er hatte lediglich die 9. Klasse besucht und war noch nie in seinem Leben außerhalb Gambias gewesen. Es wäre jedenfalls eine gewaltige Umstellung für uns beide geworden und ich weiß nicht, wie lange ich diesem Erfolgsdruck Stand gehalten hätte.

Auf der anderen Seite hätte ich auch nicht einfach mein Studium schmeißen wollen, um dann in Gambia ein neues Leben anzufangen. Zwar hatte ich manchmal diese Fantasien, aber wo hätte uns das hingeführt? Wo wäre das Geld hergekommen? Wäre ich wirklich bereit gewesen ebenso hart zu schuften wie viele Einheimische, ohne dabei finanziell wirklich vorwärts zu kommen?


Ich habe mich von all dem Hin und Her in meinem Kopf damals total überfordert gefühlt und die Beziehung schließlich beendet. War es Lamins Schuld? Nein! Er ist in meinen Augen ein ganz wunderbarer Mensch, der meine Liebe und meinen Respekt mehr als verdient hat.
Er hat mir seine Welt gezeigt und ich habe ihm meine verwehrt. Aus Angst! Das Ungleichgewicht drohte unsere zarte Liebe zu erdrücken. Da habe ich in letzter Minute einen Rückzieher gemacht.

Nach dieser Erfahrung war ich jedenfalls überzeugt, dass die große Liebe in Afrika wohl fortan nur eine Erinnerung bleiben würde. Dass ich mich einige Jahre später erneut in einer ähnlichen Situation wiederfinden würde, wollte ich damals gewiss nicht hören.

Auch beim zweiten Mal wurden viele Ängste und Zweifel aktiviert und ich sah mich erneut vor große Herausforderungen gestellt. Wie ich damals damit umgegangen bin und was mir geholfen hat den Schritt letztlich doch zu wagen, erfahrt ihr ein anderes Mal.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Geld in euren Partnerschaften gemacht? Ist es ein Streitthema oder konntet ihr einen guten Kompromiss finden? Ich freue mich von euch zu hören!

Herzlichst,
Eure Mira